Kooperationsreise Biotechnologie, Pharmazie, Medizintechnik nach China vom 29. Mai - 5. Juni 2010, Peking und Shanghai
         
 
 
 

Programm der Kooperationsveranstaltung

Informationen zur Biotechnologie in China  (September 2009)


In den letzten Jahren hat China den Ausbau seines Forschungspotenzials kontinuierlich vorangetrie­ben, insbesondere durch die enorme Steigerung seiner Ausgaben für Forschung und Entwicklung und die verstärkte Ausbildung von Fachleuten.

Noch zu Beginn des 21. Jahrhunderts lag China in Bezug auf die Investitionen in Wissenschaft und Forschung gleichauf mit Deutschland (in absoluten Zahlen). Doch bereits im Jahr 2006 konnte sich China nach einer Verdopplung seines Forschungs­budgets (Anteil von 1,4 % am Bruttosozialprodukt) weltweit auf Platz 2 vor Japan schieben, so dass nur die USA noch mehr Geld für Forschung und Entwicklung ausgeben.

Im Februar 2006 verkündete China eine Innova­tionsstrategie bis zum Jahr 2020. Ziel ist es, China zu einem innovationsstarken Land zu machen und gleichzeitig die Abhängigkeit von ausländischer Technologie stark zu reduzieren. So soll der FuE-Anteil am BIP bis zum Jahr 2010 auf 2,0 % und bis 2020 auf 2,5 % gesteigert werden.

Ein Drittel der Ausgaben für Forschung und Entwicklung stammen aus dem öffentlichen Haushalt und zwei Drittel aus der Wirtschaft. Besonders großer Wert wird in China auf die Industrialisierung und Kommerzialisierung der Forschungsergebnisse und Technologien gelegt.

Bei der weiteren Entwicklung von Wissenschaft und Forschung kann sich China auch zunehmend auf qualifizierte Fachkräfte stützen, die nach einer Ausbildung und anfänglicher beruflicher Tätigkeit im Ausland nach Hause zurückkehren. Gerade diesen Fachleuten wird nicht nur im universitären Rahmen, sondern auch in spezifischen Inkubatoren (Gründerzentren) für zurückkehrende Auslandsstudenten großzügige Förderung gewährt. Sie sind zum Teil Bestandteil der im ganzen Lande im Rahmen des China-Torch-Programms CTP errichteten High-Tech-Entwicklungszonen (Technoparks), von denen es auf Nationaler Ebene 53 gibt.

So hat die chinesische Forschung in vielen Bereichen bereits zum Niveau der entwickelten Industrieländer aufgeschlossen, bzw. ist auf dem Weg dorthin.

China investiert zunehmend in neue Technologien, darunter auch in die Biotechnologie, Pharmazie und Medizintechnik und hat hier in den letzten Jahren große Anstrengungen unternommen und auch erste große Erfolge erzielt. Südchina ist auf dem besten Wege, nicht nur das führende Produktions- und Entwicklungs-Zentrum für Elektronik und IT zu werden, sondern gleichfalls für die Biotechnologie und verwandte Fachgebiete, von der Forschung über die Entwicklung bis zur Produktion.

Mit Unterstützung durch die Regierung konnte China unterdessen im Bereich der Biotechnologie bereits einen der vorderen Plätze in der Welt einnehmen.

Eine Studie der University of California, Davis, hat ergeben, dass China, hinter Nordamerika, an mehr biotechnologisch hergestellten pflanzlichen Produkten arbeitet als jedes andere Land der Welt. Besonderes Gewicht legt China auch auf die Genomforschung und ist Mitglied des internationalen Human-Genom-Projekts. So wurde auf der Nationalen High-Tech-Messe in Shenzhen im Oktober 2007 die erstmalige vollständige Entschlüsselung des genetischen Codes eines asiatischen Menschen durch die Niederlassung Shenzhen des Beijing Genomic Institute (BGI) verkündet. Damit reiht sich China ganz vorne im internationalen Feld der Genomforschung ein. Hier wurde zum dritten Mal eine vollständige Entschlüsselung des genetischen Codes eines Menschen vorgenommen; die vorangegangenen 2 Projekte wurden in den USA realisiert.

Darüber hinaus arbeitet dieses Institut auch daran, bis zum Ende dieses Jahres die Genome von vier unter besonders extremen Bedingungen lebenden Tierarten zu entschlüsseln, dazu zählen die Tibet-Antilope, der Eisbär und der Pinguin.

Auf der Asia-Pacific bio-economic Conference im Februar dieses Jahres in China unterstrich der chinesische Minister für Wissenschaft und Technologie WAN Gang, dass die Biotechnologie im mittel- und langfristigen Plan für die Entwicklung von Wissenschaft und Technologie im Zeitraum 2006 bis 2020 zu den fünf strategischen Prioritäten zählt und dabei besonders auf die Entwicklung neuer Medikamente, transgenetischer Pflanzen und die Eindämmung von ernsthaften Infektionskrankheiten Wert gelegt wird.

Im Rahmen des 11. Fünfjahrplanes für die Jahre 2006 bis 2010 wurde ein Nationales Entwicklungs­programm für die Bio-Industrie beschlossen. So soll im Jahr 2010 der Produktionswert der Biotech-Industrie bei 500 bis 800 Mrd. RMB liegen (60 – 95 Mrd. Euro). Seit 2005 wurden in mehreren Schritten von der Reform- und Entwicklungskommission landesweit 22 Biotech-Industriebasen auf nationalem Niveau benannt, wobei die Zentren im Yangtse-Delta (Shanghai), im Perlfluss-Delta (Kanton), in der Bohai-Bucht (Tianjin) und in Chongqing (Westchina) liegen. In diesen 4 Regionen konzentrieren sich rund 80 % des Potenzials von ganz China.

Um die Biotechnologie weiter zu fördern, werden in verschiedenen High-Tech-Parks spezielle Biotech-Inkubatoren gegründet, so auch im SHIP Shenzhen High-Tech Park der sogenannte SHIP Bio-Incubator. Darüber hinaus wurde in Shenzhen die Shenzhen National Biological Industrial Base errichtet, zu der solche bedeutenden Firmen der Biomedizin gehören wie Kexing, BioKangtai, HYBIO, Hepalink, Sibiono, Sanofi Pasteur und Joincare.

Auch in der Sonderverwaltungszone Hongkong wird die Biotechnologie besonders intensiv gefördert. Dies umso mehr, als sich Hongkong seit der Rückkehr zu China mehr und mehr von einem Produktionsstandort in ein Zentrum für Forschung und Entwicklung wandelt. Im Hongkong Science & Technology Park wurde im Oktober 2004 das Bio-Informatics Centre eröffnet, wo neben der Bioinformatik auch DNA-Forschung, Genomics, Proteomics, Pharmazie sowie Forschung und Entwicklung in den Bereichen Functional Food, biomedizinische Instrumente, medizinische Diagnostik und Geräte konzentriert werden soll.

Überblick über 22 Nationale Biotech-Industriebasen in China (nur Festland)

 

Stadt

Provinz

1

Nanning

Autonom. Gebiet Guangxi

2

Beijing

Beijing

3

Chongqing

Chongqing

4

Guangzhou

Guangdong

5

Shenzhen

Guangdong

6

Shijiazhuang

Hebei

7

Harbin

Heilongjiang

8

Zhengzhou

Henan

9

Wuhan

Hubei

10

Changsha

Hunan

11

Taizhou

Jiangsu

12

Nanchang

Jiangxi

13

Changchun

Jilin

14

Tonghua

Jilin

15

Xi’an

Shaanxi

16

Dezhou

Shandong

17

Qingdao

Shandong

18

Shanghai

Shanghai

19

Chengdu

Sichuan

20

Tianjin

Tianjin

21

Kunming

Yunnan

22

Hangzhou

Zhejiang

 

 

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