Unternehmerreise nach China vom 23. - 30. Mai 2009
nach Chengdu und Dujiangyan (Sichuan) sowie Shanghai
         
 
 
 

Informationen zur Go-West-Strategie der chinesischen Regierung (13.3.2009)


Westchina und die Strategie „Go West“

Unter Westchina werden die folgenden 12 Provinzen, Städte und autonomen Gebiete zusammengefasst: Sichuan, Chongqing, Guizhou, Yunnan, Guangxi, Tibet, Shaanxi, Gansu, Qinghai, Ningxia, Xinjiang und die Innere Mongolei. In dieser Region leben auf einer Fläche von 6,85 Millionen Quadratkilometern, das sind 71,4% der Gesamtfläche Chinas, rund 400 Millionen Menschen (28,1% der Gesamtbevölkerung), das Bruttoinlandsprodukt betrug 2007 1.665,5 Milliarden Yuan, d. h. 17,1% des chinesischen BIP insgesamt.

Die Westgebiete verfügen über reiche natürliche Ressourcen. Die Energie- und Bodenschatzressourcen in den Westgebieten sind ebenfalls beträchtlich: Wasserkraft, Erdöl und Erdgas, Kohle, seltene und Buntmetalle, Kalium und Phosphor. Unter den erkundeten Vorräten machen die Kohlevorkommen in den Westgebieten 36% der landesweiten Lagerstätten aus, bei Erdöl sind es 12%, bei Naturgas 53% und im Bereich Wasserkraft sogar 82,5%.

Aufgrund der natürlichen Gegebenheiten, der Geschichte und einiger gesellschaftlicher Faktoren fand in Westchina nur eine sehr langsame Entwicklung statt, die Region ist relativ rückständig. Die Mehrheit der sehr armen Menschen in China lebt in dieser Region. Neben den Han-Chinesen leben in den Westgebieten insgesamt 51 nationale Minderheiten. Damit gilt Westchina als das Gebiet mit der konzentriertesten Besiedlung durch nationale Minderheiten des Landes.

Im Juni 1999 stellte Jiang Zemin, Generalsekretär der KP Chinas, das Konzept der beschleunigten Erschließung Westchinas vor, wobei vor allem durch politische Maßnahmen in- und ausländisches Kapital und Fachkräfte zur Erschließung Westchinas herangezogen und gezielt die koordinierte Entwicklung der Bevölkerung, der Ressourcen, der Umwelt sowie der Wirtschaft und Gesellschaft in diesem Gebiet gefördert werden sollen. Bis zur Mitte des 21. Jahrhunderts soll Westchina verstärkt modernisiert werden, so dass die derzeit noch existierenden regionalen Unterschiede reduziert werden.

Die im Dezember 2000 durch den Staatsrat der VR China veröffentlichte „Mitteilung über politische Maßnahmen zur Durchführung der Entwicklung Westchinas" umfasst folgende Hauptinhalte: beschleunigter Aufbau der Infrastruktur, verstärkter Schutz der Umwelt und ihre Sanierung, Entwicklung von Wissenschaft, Technik, Bildung, Kultur und Gesundheitswesen. Dafür werden verstärkt finanzielle Mittel zur Verfügung gestellt, es werden politische Maßnahmen zur Verbesserung des Investitionsumfeldes, des Ausbaus der Öffnung nach innen und außen ergriffen, darunter Vergünstigungen für ausländische Investitionen, Steuervergünstigungen u. a.

Nach ersten Schätzungen konnte das regionale Bruttoinlandsprodukt Westchinas im Jahr 2008 ein Wachstum von 12,4 % gegenüber dem Vorjahr verzeichnen, das somit um 0,7 % über dem Durchschnitt aller Regionen und 1,2 % über dem Wachstum in den östlichen Gebieten lag. Der Export nahm um 35,8 % im Vergleich zum Vorjahr zu, die Steigerungsraten lagen um 18 % über dem Landesdurchschnitt.

Durch die verstärkte Förderung der Entwicklung Westchinas soll erreicht werden, dass in den westlichen Regionen – genau wie im ganzen Land – im Jahr 2020 die Bedingungen für den Übergang zum „kleinen Wohlstand“ geschaffen werden.

Am 15. Februar dieses Jahres fand in Yunnan eine Konferenz zur Bewertung der Ergebnisse der deutsch-chinesischen Kooperationsprojekte des Büros für die Erschließung Westchinas bei der Kommission für Entwicklung und Reformen sowie der GTZ statt. Zwischen der GTZ und Westchina gibt es bereits seit 26 Jahren Kooperationen, die vor allem im Hinblick auf den 10. Jahrestag des Programms der Erschließung der Westregionen weitergeführt werden sollen.

 

 

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