Unternehmerreise nach China vom 23. - 30. Mai 2009
nach Chengdu und Dujiangyan (Sichuan) sowie Shanghai
         
 
 
 

Informationen über Sichuan, Chengdu und Dujiangyan


Die Provinz Sichuan liegt im Westen des Binnenlandes Chinas, nimmt den größten Teil des Sichuan-Beckens ein und ist von Bergen umgeben. Sichuan hat eine Fläche von 485 000 km² (und ist damit etwas kleiner als Frankreich) und eine Bevölkerung von rund 87 Millionen - bis zur Ausgliederung von Chongqing im Jahr 1997 war Sichuan die bevölkerungsreichste Provinz Chinas. Hauptstadt von Sichuan ist Chengdu.
Der Changjiang (Jangtse) als größter und wasserreichster Fluss durchquert die Provinz. Sichuan ist eine bedeutende Ausgangsregion für die innere Migration in China, d.h. viele Wanderarbeiter stammen aus dieser Provinz (Schätzungen zufolge ca. 10 Mio.). Trotz einer aktiven Wirtschaftspolitik, die zu einer rasanten Entwicklung in den letzten Jahren geführt hat, ist Sichuan nach wie vor vorwiegend agrarisch geprägt. Unter den Inlandsprovinzen gilt Sichuan als relativ wohlhabend, kann sich aber nicht mit Küstenregionen wie dem Jangtse-Delta um Shanghai oder Guangdong messen. Im Jahr 2005 betrug das Bruttosozialprodukt 738,5 Mrd. RMB (rund 74 Mrd. Euro).

Die Provinzhauptstadt Chengdu hat insgesamt rund 10,44 Mio. Einwohner, davon ca. 4,52 Mio. im engeren Stadtgebiet. Im Jahr 2006 zählte Chengdu zu den 5 lebenswertesten Städten Chinas. Gleichzeitig gilt Chengdu als „Panda-Hauptstadt“ Chinas; der Panda ist eines der nationalen Symbole des Landes. In Chengdu und in der näheren Umgebung gibt es mehrere Panda-Aufzuchtstationen.

Hier ist der wichtigste Verkehrsknotenpunkt in Westchina. Außerdem hat sich die Stadt neben Chongqing zum Wirtschaftszentrum Westchinas entwickelt. Die wichtigsten Industriezweige sind Elektronik / Elektrotechnik, Maschinenbau (Automobil- und Flugzeugbau), chemische Industrie (insbesondere Petrochemie), Nahrungs­mittelindustrie, Pharmaindustrie, Metallurgie und Baumaterialherstellung.

Besonders wichtig für die weitere wirtschaftliche Entwicklung, insbesondere auch im High-Tech-Bereich sind Entwicklungszonen auf staatlicher Ebene, wie die Hi-Tech Industry Development Zone und die Economic and Technology Development Zone.

Im ersten Halbjahr 2008 stieg der Bruttoproduktionswert der Stadt um 11,2 %, als Ergebnis des Erdbebens fiel die Steigerung um 3,2 % geringer aus als im Vorjahreszeitraum. Die Auswirkungen des Erdbebens waren vor allen Dingen in den Bereichen Tourismus, Wohnen und Versorgung der Bevölkerung zu spüren.

Selbstverständlich profitiert auch Chengdu von der Go-West-Politik der chinesischen Zentralregierung, so dass sich hier auch zunehmend westliche Unternehmen ansiedeln. Allerdings sind in Chengdu bisher kaum deutsche Unternehmen zu finden.

Bei dem Erdbeben im Mai 2008 wurde auch Chengdu erschüttert, das Epizentrum lag ca. 100 km nördlich bei der Stadt Dujiangyan.

Dujiangyan ist eine kreisfreie Stadt, die 60 km nordwestlich der Provinzhauptstadt liegt und zum Verwaltungsgebiet von Chengdu gehört. Sie hat eine Fläche von ca. 1.200 km² und rund 600.000 Einwohner. Das Dujiangyan-Bewässerungssystem - ein Stauwehrsystem, das seit 2.300 Jahren den Fluss Min kontrolliert - steht auf der UNESCO-Weltkulturerbe-Liste. Die Stadt zählt neben der Großen Mauer und dem Kaiserkanal zu den drei Weltwundern der chinesischen Antike. Gleichzeitig zählt Dujiangyan auch zu den Städten im Westen Chinas, in denen bereits zahlreiche ausländische Investments realisiert werden konnten.

Am 12. Mai 2008 wurde die Stadt von dem schweren Erdbeben größtenteils zerstört. Wie dramatisch die Auswirkungen des Erdbebens waren, lässt sich auch an den aktuellen Wirtschaftsdaten ablesen. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ging der Bruttoproduktionswert in Dujiangyan im ersten Halbjahr 2008 um  27,4 % zurück, dabei allein im 2. Quartal um 61 %.

Als Hilfsprojekt hat das Deutsche Rote Kreuz ein mobiles Krankenhaus in der Stadt errichtet, das im Juni bereits mehr als 20.000 Patienten behandelt hatte. Das Technische Hilfswerk hat Unterstützung bei der Schaffung von Trinkwasserversorgungssystemen im Erdbebengebiet geleistet. Während seines Besuches stellte Bundesaußenminister Frank Walter Steinmeier die Initiative der Bundesregierung und der deutschen Wirtschaft zum Wiederaufbau von 8 Schulen vor.

Durch das "Go-West"-Förderprogramm der Zentralregierung hat die Entwicklung in Sichuan und Chongqing in den letzten Jahren einen starken Aufschwung genommen, der Ausbau der Infrastruktur ist inzwischen weit voran geschritten, zahlreiche weitere Projekte sind in Planung. Eine Region mit großer Kaufkraft und einem hervorragenden Reservoir von gut ausgebildeten Arbeitskräften gewinnt auch immer größere Anziehungskraft für ausländische Investoren und Unternehmen. Das Wirtschaftswachstum der Provinz Sichuan übertrifft seit einigen Jahren das vieler anderer chinesischer Provinzen.

Wie die Nationale Entwicklungs- und Reformkommission im Juli 2006 bekannt gab, plant China für die nächsten Jahre zwölf Schlüsselprojekte mit einer Investitionssumme von 20,7 Milliarden US-Dollar in den unterentwickelten westlichen Regionen Chinas, die alle dem Ausbau der Infrastruktur dienen sollen. Dazu zählt unter anderem auch die Errichtung einer Ethylenfabrik in Sichuan.

Laut der Entwicklungs- und Reformkommission will die Zentralregierung jährlich eine bestimmte Menge von Projekten in Angriff nehmen, um die Wirtschaft im Westen zu fördern. Zwischen 2000 und 2005 wurden bereits 70 Schlüsselprojekte im Westen mit einer Investitionssumme von 125 Milliarden US-Dollar gestartet.

Darüber hinaus wurden durch die chinesische Regierung umfangreiche Mittel bereitgestellt, um die zerstörte Infrastruktur wieder aufzubauen.

 

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