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Aufgrund der großen Bevölkerungszahl und des hohen
Entwicklungstempos der Wirtschaft haben sich die Umweltbedingungen während
der Zeit der Industrialisierung dramatisch verschlechtert.
Das zeigt sich vor allem in der immer weiter
fortschreitenden Bodenerosion, der starken Verschmutzung von Wasser und Luft
usw. Jedoch wurde dieses gravierende Problem von der chinesischen Regierung
erkannt und es wurde ein relativ umfassendes System von Gesetzen und
Rechtsvorschriften für den Schutz der Umwelt geschaffen.
Im Jahr 2006 bezifferte der stellvertretende Leiter des
staatlichen Umweltamtes SEPA die jährlichen Schäden durch
Umweltverschmutzung auf 10 % des BIP. Ein großes Problem bei der praktischen
Umsetzung der Vorschriften besteht darin, dass in den Behörden nach wie vor
davon ausgegangen wird, dass ihre Arbeit nach rein wirtschaftlichen
Kennziffern beurteilt wird und Rücksicht auf die Umwelt sich dann negativ
für sie auswirken würde.
Bereits jetzt ist China weltweit der zweitgrößte
Produzent und Verbraucher von Energie. So gibt die chinesische Regierung der
Entwicklung von erneuerbaren Energien, wie Wasser- und Windenergie, oberste
Priorität, aber Kohle wird für lange Zeit noch weiter die wichtigste Rolle
spielen. Allerdings wird landesweit die Sonnenenergie bereits ziemlich
umfassend für die Bereitung von warmem Wasser genutzt.
Nach aktuellen Daten vom Oktober 2008 hat China beim
Ausstoß von Treibhausgasen bereits das Niveau der USA erreicht und bis zum
Jahr 2030 wird es diesen Ausstoß sogar noch verdoppeln. Dabei liegen jedoch
die Pro-Kopf-Emissionen nur bei einem Fünftel der Werte der Vereinigten
Staaten.
Die chinesische Regierung verfolgt das erklärte Ziel,
den Umweltstandard drastisch anzuheben und hierfür im breiten Rahmen auf
High-Tech zurückzugreifen. So wurde bereits im Rahmen eines PPP-Projektes
mit Unterstützung durch die GTZ in der Provinz Anhui ein Informations- und
Beratungszentrum zur Verbesserung der Abfallwirtschaft in chinesischen
Kommunen aufgebaut.
So produziert Chinas boomende Wirtschaft jährlich über
10 Mio. Tonnen von gefährlichen Abfällen, doch gibt es landesweit weniger
als 10 Anlagen zur Behandlung dieser Abfälle. Der Großteil der
umweltgefährdenden Abfälle kommt unbehandelt auf Deponien oder wird
verbrannt. Von 1996 bis 2004 wurden mehr als 26 Mio. Tonnen von gefährlichen
Abfällen unbehandelt auf die Deponien gebracht. Entsprechend einem Plan der
Staatlichen Umweltschutz-Verwaltung SEPA müssen alle Provinzen und autonomen
Gebiete Anlagen zur Beseitigung von Industrieabfällen und Lager für
radioaktive Abfälle schaffen.
Aufgrund der ungleichen Ressourcenverteilung verzeichnet
China im Norden akuten Wassermangel, im niederschlagsreichen Süden herrscht
Wasserüberschuss. Da den Bewohnern der nördlichen Landesteile nur rund 10 –
15 Liter Trinkwasser pro Tag zur Verfügung stehen und
Versorgungsunterbrechungen durchaus üblich sind, werden immer größere
Anstrengungen darauf verwendet, die Wiederverwertungsrate zu erhöhen.
Moderne Hotels beispielsweise in Peking sind verpflichtet, anfallendes
Grauwasser für die Toilettenspülung aufzubereiten. So besteht
selbstverständlich eine große Nachfrage nach entsprechenden Technologien.
Selbstverständlich verfügen die großen Städte über eine
zentrale Wasserversorgung, aber fast drei Viertel der ländlichen Bevölkerung
schöpfen ihr Wasser aus einem Brunnen. Damit gelten auch unterschiedliche
Standards für die Trinkwasserqualität. Da die Trinkwassergewinnung zu 75 %
aus Grundwasser mittels flacher und gegen Verschmutzung kaum geschützter
Schöpfbrunnen und zu 25 % aus Oberflächenwasser erfolgt, verschlechtert sich
die Wasserqualität zunehmend. Ursachen hierfür sind vor allem die Ablagerung
von Düngemitteln und Pestiziden aus der Landwirtschaft sowie die Ableitung
von ungeklärten Haushalt- und Industrieabwässern.
Hinzu kommt, dass rund die Hälfte der chinesischen
Städte nicht über eine Kläranlage verfügt und im ländlichen Raum praktisch
noch gar keine Abwasserbehandlung erfolgt. Das zuständige Bauministerium
will den Anteil geklärten Abwassers im Landesdurchschnitt von 12 Prozent
(2001) auf 40 Prozent (2010) anheben und hierfür rund 30,1 Mrd. USD
investieren. Dafür wird über das Kapital hinaus auch moderne Technologie aus
dem Ausland benötigt.
Selbstverständlich spielen auch in Hongkong Umweltfragen
eine immer größere Rolle. Hier ist ein wachsendes Umweltbewusstsein zu
verzeichnen. Bei der Anwendung innovativer Umwelttechnologien stehen die
Bekämpfung der Luftverschmutzung sowie die Beseitigung von Defiziten in der
Müll- und Abwasserentsorgung im Vordergrund, so müssen beispielsweise
Müllverwertungsanlagen gebaut werden. Als großes Problem besteht die
grenzüberschreitende Luft- und Wasserverschmutzung aus den Industriezonen
des Perlflussdeltas.
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