Unternehmerreise nach Süd-China vom 25. Oktober - 1. November 2009
Shenzhen und Zhuhai (Guangdong) sowie Hongkong
         
 
 
 

Informationen über das Perlflussdelta


Die Sonderverwaltungsregion Hongkong mit ihren knapp 7 Mio. Einwohnern hatte im Jahr 2007 ein BIP von 206,7 Mio. US$, was einem realen Wachstum von 6,3 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Unter dem Einfluss der internationalen Finanz- und Wirtschaftskrise hat die Regierung von Hongkong unterdessen die Wachstumsprognose für 2008 auf 4 - 5 % gesenkt.

Um ein weiteres Wirtschaftswachstum zu erreichen, setzt die Regierung Hongkongs auf eine stärkere wirtschaftliche Zusammenarbeit mit der Volksrepublik China, insbesondere mit der Region des Perlfluss-Deltas. So wurde Mitte 2003 das Closer Economic Partnership Arrangement unterzeichnet, das Firmen aus Hongkong einen bevorzugten Zutritt zum chinesischen Markt einräumt.

Ende Oktober 2007 kündigte der Hongkonger Regierungschef zehn Mega-Projekte für den Ausbau der Infrastruktur an, für die in den nächsten 10 Jahren 32 Mrd. US$ zur Verfügung gestellt werden. Hier soll vor allem in die Verkehrsinfrastruktur investiert werden, d. h. vor allem in die Anbindung an das Perlflussdelta.

Die Provinz Guangdong mit ca. 110 Mio. Einwohnern konnte im Jahr 2007 ein BIP-Wachstum von 14,4 % im Vergleich zum Vorjahr verzeichnen. Damit lag das Wachstum um mehr als 3 % über dem Landesdurchschnitt, das Perlfluss-Delta ist neben dem Yangtse-Delta der wichtigste Wachstumsmotor Chinas. Fast ein Drittel der gesamten chinesischen Exporte stammt aus dieser Region. Dabei wird zunehmend auf Qualität statt Quantität gesetzt.

Im Jahr 2007 wurden 11,5 Mrd. Euro an öffentlichen Investitionen für insgesamt 159 Großprojekte zur Verfügung gestellt, unter anderem für Umweltschutz, Kraftwerksbau, Verkehrsinfrastruktur und Stadien für die Asienspiele 2010. Derzeit gibt es ca. 450 deutsche Unternehmen in der Provinz Guangdong, die größten Investoren sind dabei MTU, Siemens, Heidelberg Zement AG, Bosch, Henkel, Schering, Lufthansa Technik und Metro.

Aufgrund der großen Bevölkerungszahl und des hohen Entwicklungstempos der Wirtschaft haben sich die Umweltbedingungen während der Zeit der Industrialisierung dramatisch verschlechtert.

Das zeigt sich vor allem in der immer weiter fortschreitenden Bodenerosion, der starken Verschmutzung von Wasser und Luft usw. Jedoch wurde dieses gravierende Problem von der chinesischen Regierung erkannt und es wurde ein relativ umfassendes System von Gesetzen und Rechtsvorschriften für den Schutz der Umwelt geschaffen.

Im Jahr 2006 bezifferte der stellvertretende Leiter des staatlichen Umweltamtes SEPA die jährlichen Schäden durch Umweltverschmutzung auf 10 % des BIP. Ein großes Problem bei der praktischen Umsetzung der Vorschriften besteht darin, dass in den Behörden nach wie vor davon ausgegangen wird, dass ihre Arbeit nach rein wirtschaftlichen Kennziffern beurteilt wird und Rücksicht auf die Umwelt sich dann negativ für sie auswirken würde.

Bereits jetzt ist China weltweit der zweitgrößte Produzent und Verbraucher von Energie. So gibt die chinesische Regierung der Entwicklung von erneuerbaren Energien, wie Wasser- und Windenergie, oberste Priorität, aber Kohle wird für lange Zeit noch weiter die wichtigste Rolle spielen. Allerdings wird landesweit die Sonnenenergie bereits ziemlich umfassend für die Bereitung von warmem Wasser genutzt.

Nach aktuellen Daten vom Oktober 2008 hat China beim Ausstoß von Treibhausgasen bereits das Niveau der USA erreicht und bis zum Jahr 2030 wird es diesen Ausstoß sogar noch verdoppeln. Dabei liegen jedoch die Pro-Kopf-Emissionen nur bei einem Fünftel der Werte der Vereinigten Staaten.

Die chinesische Regierung verfolgt das erklärte Ziel, den Umweltstandard drastisch anzuheben und hierfür im breiten Rahmen auf High-Tech zurückzugreifen. So wurde bereits im Rahmen eines PPP-Projektes mit Unterstützung durch die GTZ in der Provinz Anhui ein Informations- und Beratungszentrum zur Verbesserung der Abfallwirtschaft in chinesischen Kommunen aufgebaut.

So produziert Chinas boomende Wirtschaft jährlich über 10 Mio. Tonnen von gefährlichen Abfällen, doch gibt es landesweit weniger als 10 Anlagen zur Behandlung dieser Abfälle. Der Großteil der umweltgefährdenden Abfälle kommt unbehandelt auf Deponien oder wird verbrannt. Von 1996 bis 2004 wurden mehr als 26 Mio. Tonnen von gefährlichen Abfällen unbehandelt auf die Deponien gebracht. Entsprechend einem Plan der Staatlichen Umweltschutz-Verwaltung SEPA müssen alle Provinzen und autonomen Gebiete Anlagen zur Beseitigung von Industrieabfällen und Lager für radioaktive Abfälle schaffen.

Aufgrund der ungleichen Ressourcenverteilung verzeichnet China im Norden akuten Wassermangel, im niederschlagsreichen Süden herrscht Wasserüberschuss. Da den Bewohnern der nördlichen Landesteile nur rund 10 – 15 Liter Trinkwasser pro Tag zur Verfügung stehen und Versorgungsunterbrechungen durchaus üblich sind, werden immer größere Anstrengungen darauf verwendet, die Wiederverwertungsrate zu erhöhen. Moderne Hotels beispielsweise in Peking sind verpflichtet, anfallendes Grauwasser für die Toilettenspülung aufzubereiten. So besteht selbstverständlich eine große Nachfrage nach entsprechenden Technologien.

Selbstverständlich verfügen die großen Städte über eine zentrale Wasserversorgung, aber fast drei Viertel der ländlichen Bevölkerung schöpfen ihr Wasser aus einem Brunnen. Damit gelten auch unterschiedliche Standards für die Trinkwasserqualität. Da die Trinkwassergewinnung zu 75 % aus Grundwasser mittels flacher und gegen Verschmutzung kaum geschützter Schöpfbrunnen und zu 25 % aus Oberflächenwasser erfolgt, verschlechtert sich die Wasserqualität zunehmend. Ursachen hierfür sind vor allem die Ablagerung von Düngemitteln und Pestiziden aus der Landwirtschaft sowie die Ableitung von ungeklärten Haushalt- und Industrieabwässern.

Hinzu kommt, dass rund die Hälfte der chinesischen Städte nicht über eine Kläranlage verfügt und im ländlichen Raum praktisch noch gar keine Abwasserbehandlung erfolgt. Das zuständige Bauministerium will den Anteil geklärten Abwassers im Landesdurchschnitt von 12 Prozent (2001) auf 40 Prozent (2010) anheben und hierfür rund 30,1 Mrd. USD investieren. Dafür wird über das Kapital hinaus auch moderne Technologie aus dem Ausland benötigt.

Selbstverständlich spielen auch in Hongkong Umweltfragen eine immer größere Rolle. Hier ist ein wachsendes Umweltbewusstsein zu verzeichnen. Bei der Anwendung innovativer Umwelttechnologien stehen die Bekämpfung der Luftverschmutzung sowie die Beseitigung von Defiziten in der Müll- und Abwasserentsorgung im Vordergrund, so müssen beispielsweise Müllverwertungsanlagen gebaut werden. Als großes Problem besteht die grenzüberschreitende Luft- und Wasserverschmutzung aus den Industriezonen des Perlflussdeltas.

 

Start

Programm

Aktuelles Programm
als pdf

Registrierung

Deutsche
Teilnehmer

Kontakt

Reiseorganisation

Einladungsflyer (pdf)

Informationen zum
Perlflussdelta

Entwicklungsplan für das Perlflussdelta 2008-2020 (pdf)

Informationen zu
Shenzhen

Informationen zu
Zhuhai

ppt-Präsentation zu Zhuhai 2009 (5 MB)

Fotogalerie Hongkong

Fotogalerie Shenzhen

Fotogalerie Zhuhai

Fotos zur Geschichte
von Shenzhen

China im Internet

Speisen in Hongkong

Unsere letzten
China-Reisen

 
 
Brücke-Osteuropa e.V., D - 12489 Berlin, WISTA-Informatik-Zentrum, Albert-Einstein-Str. 14, Email: info@bruecke-osteuropa.de

Web: www.bruecke-osteuropa.de