Kooperationsreise nach China vom 8. - 16. Mai 2010
Changsha, Zhuzhou, Xiangtan (Hunan) sowie Peking und Shanghai
         
 
 
 

Informationen über die Provinz HUNAN


Hunan nimmt mit einer Fläche von rund 210.800 km² und einer Einwohnerzahl von ca. 64,4 Mio. die Plätze 10 bzw. 7 im gesamtchinesischen Maßstab ein. Die Provinz liegt in Zentralchina am Mittellauf des Yangtse (Changjiang), südlich des Dongting-Sees. Diese geografische Lage hat der Provinz ihren Namen gegeben – südlich des Sees. Hunan ist eine der fruchtbarsten und am besten bewässerten Provinzen Chinas, hier werden vor allem Reis, Baumwolle und Tee angebaut.

Die Provinz ist reich an Bodenschätzen, so z. B. Antimon, Blei, Zink, Wolfram, Gold, Eisen, Mangan, Kohle, Phosphor, Quecksilber und Diamanten. Das Vorkommen an Antimon ist weltbekannt, und auch bei Blei und Zink nimmt Hunan einen wichtigen Platz in China ein.

Wichtige Industriezweige sind Metallurgie, Maschinenbau, Stromerzeugung, Kohleförderung, Eisen- und Stahlindustrie, Chemieindustrie, Baumaterialwirtschaft, Textilindustrie sowie Papier- und Porzellanherstellung.

Seit 2006 ist das Saarland Partnerregion der Provinz Hunan, darüber hinaus besteht seit mehr als 20 Jahren eine Partnerschaft mit dem Bundesland Hessen. Während eines Besuchs einer Regierungsdelegation aus Hunan in Hessen wurden im Juni 2009 weitere Schritte zum Ausbau der wirtschaftlichen Kooperation beschlossen, deren Schwerpunkt in den Bereichen erneuerbare Energien, Umwelttechnologie, ressourcenschonendes Bauen, Biotechnologie sowie Automobil- und Verkehrstechnologie liegt.

Das Bruttoinlandsprodukt der Provinz betrug 2008 1.115,7 Mrd. RMB (ca. 120 Mrd. Euro), was einem Wachstum von 12,8 % im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Das BIP pro Kopf der Bevölkerung erreichte 17.521 RMB (ca. 1.800 Euro), das ist eine Steigerung um 12,5 %, liegt aber dennoch erheblich unter dem der Küstenregionen. Trotz internationaler Finanz- und Wirtschaftskrise wuchs die Wirtschaft der Provinz im ersten Quartal 2009 um 13 % und liegt damit an der Spitze innerhalb der VR China.

Insbesondere in den letzten drei Jahren konnte sich die Wirtschaft der Provinz enorm entwickeln, vor allem durch die Unterstützung der Regierung wuchsen die Branchen Tabakindustrie, Stahl, Chemie und Rohstoffe. Der größte Fortschritt konnte im Maschinenbau verzeichnet werden, hier stieg der Umsatz von drei Milliarden Euro 2007 auf fünf Milliarden im Jahr 2008.

Nachdem Hunan über viele Jahre hinweg hauptsächlich ein Reservoir für Wanderarbeiter für die entwickelten Regionen im Osten und Süden des Landes war und sich die Provinz selbst nur sehr wenig entwickelte, zählt die Hauptstadt Changsha nunmehr zu den 20 wettbewerbsfähigsten Städten des Landes. Die Zentralregierung fördert in dieser Binnenprovinz auch besonders die Entwicklung von High-Tech-Industrien; einen Schwerpunkt bildet hier die Solarbranche.

Auch im Infrastrukturbereich konnten durch Investitionen der Zentralregierung enorme Fortschritte erzielt werden. So ist auch ein großer Teil der Mittel aus dem Konjunkturpaket von 420 Mrd. Euro für die ärmeren Binnenprovinzen vorgesehen. Beispielsweise wird in Changsha ein Haltepunkt der Schnellzugverbindung Peking-Hongkong entstehen.

Changsha ist die Hauptstadt der Provinz Hunan mit einer Bevölkerung von 6,1 Mio., davon leben ca. 3 Mio. im engeren Stadtgebiet. Es ist das politische, wirtschaftliche und kulturelle Zentrum der Provinz. Gleichzeitig ist es ein wichtiges Verkehrszentrum in Südwestchina für Luft-, Straßen- und Bahnverkehr, insbesondere wegen der Zugverbindung nach Vietnam und der Straßenverbindungen nach Myanmar und Laos. Derzeit wird ein neuer Flughafen errichtet, der nach der Fertigstellung im Jahr 2010 der viertgrößte internationale Flughafen Chinas sein soll.

Gemeinsam mit den beiden Städten Zhuzhou und Xiangtan, die in unmittelbarer Nähe südlich von Changsha liegen, bildet die Stadt seit den 70er Jahren das industrielle Zentrum der Provinz. Bereits seit den 60er Jahren entwickelte sich in dieser Region die Schwerindustrie. So wurde Changsha ein Zentrum der chinesischen Aluminiumproduktion sowie für Maschinen- und Anlagenbau. Darüber hinaus spielen die Zement-, Kunststoff-, Keramik- und Papierindustrie sowie die Elektronik, neue Materialien und traditionelle chinesische Medizin eine wichtige Rolle.

In den Jahren 2000 bis 2006 wuchs das Bruttoinlandsprodukt der Stadt durchschnittlich um 14 % im Jahr (im Vergleich zu 10 % im Landesdurchschnitt). Im Jahr 2008 belief sich das BIP von Changsha auf über 300 Mrd. RMB (mehr als 30 Mrd. Euro), was einem Wachstum um 15,1 % im Vergleich zum Vorjahr entspricht.

Das BIP pro Kopf betrug 45.765 RMB (ca. 4.600 Euro). Zunehmend wird die Stadt auch für ausländische Direktinvestitionen interessant, die hauptsächlich aus Hongkong, Südkorea, Singapur und Japan sowie den USA kommen.

Die Provinzregierung hat beschlossen, mit Hilfe der Mittel aus dem Konjunkturprogramm der Zentralregierung die Städte Changsha, Zhuzhou und Xiangtan im Nordosten der Provinz zu Versuchsregionen für Energieeinsparung und ökologische Entwicklungsprogramme zu machen. Aufgrund ihrer industriellen Entwicklung sind diese Städte ganz besonders von Energieknappheit und Umweltverschmutzung betroffen.

 

 

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