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Hunan
nimmt mit einer Fläche von rund 210.800 km² und einer Einwohnerzahl von ca.
64,4 Mio. die Plätze 10 bzw. 7 im gesamtchinesischen Maßstab ein.
Die Provinz liegt in Zentralchina am Mittellauf
des Yangtse (Changjiang), südlich des Dongting-Sees. Diese geografische Lage
hat der Provinz ihren Namen gegeben – südlich des Sees. Hunan ist eine der
fruchtbarsten und am besten bewässerten Provinzen Chinas, hier werden vor
allem Reis, Baumwolle und Tee angebaut.
Die Provinz ist reich an Bodenschätzen, so z. B.
Antimon, Blei, Zink, Wolfram, Gold, Eisen, Mangan, Kohle, Phosphor,
Quecksilber und Diamanten. Das Vorkommen an Antimon ist weltbekannt, und
auch bei Blei und Zink nimmt Hunan einen wichtigen Platz in
China
ein.
Wichtige
Industriezweige sind Metallurgie, Maschinenbau, Stromerzeugung,
Kohleförderung, Eisen- und Stahlindustrie, Chemieindustrie,
Baumaterialwirtschaft, Textilindustrie sowie Papier- und
Porzellanherstellung.
Seit 2006 ist das Saarland Partnerregion der Provinz Hunan, darüber
hinaus besteht seit mehr als 20 Jahren eine Partnerschaft mit dem Bundesland
Hessen. Während eines Besuchs einer Regierungsdelegation aus Hunan in Hessen
wurden im Juni 2009 weitere Schritte zum Ausbau der wirtschaftlichen
Kooperation beschlossen, deren Schwerpunkt in den Bereichen erneuerbare
Energien, Umwelttechnologie, ressourcenschonendes Bauen, Biotechnologie
sowie Automobil- und Verkehrstechnologie liegt.
Das Bruttoinlandsprodukt der Provinz betrug 2008 1.115,7 Mrd. RMB
(ca. 120 Mrd. Euro), was einem Wachstum von 12,8 % im Vergleich zum Vorjahr
entspricht. Das BIP pro Kopf der Bevölkerung erreichte 17.521 RMB
(ca. 1.800 Euro), das ist eine Steigerung um 12,5 %, liegt aber dennoch
erheblich unter dem der Küstenregionen. Trotz internationaler Finanz- und
Wirtschaftskrise wuchs die Wirtschaft der Provinz im ersten Quartal 2009 um
13 % und liegt damit an der Spitze innerhalb der VR China.
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Insbesondere in den letzten drei Jahren konnte sich die Wirtschaft der
Provinz enorm entwickeln, vor allem durch die Unterstützung der Regierung
wuchsen die Branchen Tabakindustrie, Stahl, Chemie und Rohstoffe. Der größte
Fortschritt konnte im Maschinenbau verzeichnet werden, hier stieg der Umsatz
von drei Milliarden Euro 2007 auf fünf Milliarden im Jahr 2008.
Nachdem Hunan über viele Jahre hinweg hauptsächlich ein Reservoir für
Wanderarbeiter für die entwickelten Regionen im Osten und Süden des Landes
war und sich die Provinz selbst nur sehr wenig entwickelte, zählt die
Hauptstadt Changsha nunmehr zu den 20 wettbewerbsfähigsten Städten des
Landes. Die Zentralregierung fördert in dieser Binnenprovinz auch besonders
die Entwicklung von High-Tech-Industrien; einen Schwerpunkt bildet hier die
Solarbranche.
Auch im Infrastrukturbereich konnten durch Investitionen der
Zentralregierung enorme Fortschritte erzielt werden. So ist auch ein großer
Teil der Mittel aus dem Konjunkturpaket von 420 Mrd. Euro für die ärmeren
Binnenprovinzen vorgesehen. Beispielsweise wird in Changsha ein Haltepunkt
der Schnellzugverbindung Peking-Hongkong entstehen.
Changsha ist die
Hauptstadt der Provinz Hunan mit einer Bevölkerung von 6,1 Mio., davon leben
ca. 3 Mio. im engeren Stadtgebiet. Es ist das politische, wirtschaftliche
und kulturelle Zentrum der Provinz. Gleichzeitig ist es ein wichtiges
Verkehrszentrum in Südwestchina für Luft-, Straßen- und Bahnverkehr,
insbesondere wegen der Zugverbindung nach Vietnam und der
Straßenverbindungen nach Myanmar und Laos. Derzeit wird ein neuer Flughafen
errichtet, der nach der Fertigstellung im Jahr 2010 der viertgrößte
internationale Flughafen Chinas sein soll.
Gemeinsam mit den beiden Städten Zhuzhou und Xiangtan, die in
unmittelbarer Nähe südlich von Changsha liegen, bildet die Stadt seit den
70er Jahren das industrielle Zentrum der Provinz. Bereits seit den 60er
Jahren entwickelte sich in dieser Region die Schwerindustrie. So wurde
Changsha ein Zentrum der chinesischen Aluminiumproduktion sowie für
Maschinen- und Anlagenbau. Darüber hinaus spielen die Zement-, Kunststoff-,
Keramik- und Papierindustrie sowie die Elektronik, neue Materialien und
traditionelle chinesische Medizin eine wichtige Rolle.
In den Jahren 2000 bis 2006 wuchs das Bruttoinlandsprodukt der Stadt
durchschnittlich um 14 % im Jahr (im Vergleich zu 10 % im
Landesdurchschnitt). Im Jahr 2008 belief sich das BIP von Changsha auf über
300 Mrd. RMB (mehr als 30 Mrd. Euro), was einem Wachstum um 15,1 % im
Vergleich zum Vorjahr entspricht.
Das BIP pro Kopf betrug 45.765 RMB (ca. 4.600 Euro). Zunehmend wird die
Stadt auch für ausländische Direktinvestitionen interessant, die
hauptsächlich aus Hongkong, Südkorea, Singapur und Japan sowie den USA
kommen.
Die Provinzregierung hat beschlossen, mit Hilfe der Mittel aus dem
Konjunkturprogramm der Zentralregierung die Städte Changsha, Zhuzhou und
Xiangtan im Nordosten der Provinz zu Versuchsregionen für Energieeinsparung
und ökologische Entwicklungsprogramme zu machen. Aufgrund ihrer
industriellen Entwicklung sind diese Städte ganz besonders von
Energieknappheit und Umweltverschmutzung betroffen.
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