Unternehmerreise nach Nordost-China vom 30. August - 6. September 2008
in die Provinz LIAONING (Shenyang & Dalian) und nach Peking
         
 
 
 

Informationen über die Provinz Liaoning und die Städte Shenyang und Dalian


Die Provinz Liaoning liegt im Nordosten der VR China und grenzt an das Gelbe Meer und an Nordkorea. Sie hat eine Fläche von rund 148.000 km² und 42,7 Mio. Einwohner.

In der Provinz gibt es große Rohstoffreserven, insbesondere Eisenerz, Kohle, Ölschiefer, Mangan, Magnesium und Molybdän. Das Liaohe Ölfeld am Unterlauf des Liaohe-Flusses ist das drittgrößte in China. Hier begann die Förderung von Erdöl und Erdgas im Jahr 1955. Liaoning ist eine der traditionellen Schwerindustriebasen Chinas, in der eine große Breite an Industriezweigen vertreten ist. Besonders entwickelt sind der Maschinen- und Anlagenbau sowie die Verarbeitung von Rohstoffen, weiterhin spielen auch Metallurgie und Bergbau, Energiewirtschaft und Erdölchemie sowie Elektronik eine bedeutende Rolle. So gibt es in Anshan eine der größten Eisenhütten des Landes. Ein wichtiges Zentrum des Maschinenbaus befindet sich in Shenyang.

Liaoning zählt zu den entwickelten Küstenprovinzen, in denen die Reform- und Öffnungspolitik zuerst umgesetzt wurde. Hier gibt es nunmehr rund 35.000 Unternehmen mit ausländischen Investments, von den internationalen Top-500-Unternehmen haben mehr als 110 in der Provinz investiert, darunter beispielsweise Siemens, Toshiba, Sanyo. Wichtige Hafenstädte in der Provinz Liaoning sind Dalian, Dandong und Huludao.

2006 war im Rahmen der Umgestaltung der alten Industriebasen im Nordosten ein sehr wichtiges Jahr. Der Bruttoproduktionswert der Provinz lag im vergangenen Jahr bei 926 Mrd. RMB (ca. 90 Mrd. Euro), was einer Steigerung um 17,7 % im Vergleich zu 2005 entspricht. Seit 2003 kann die Provinz ein durchschnittliches BIP-Wachstum von 12 % verzeichnen, im Jahr 2007 sollte das BIP erstmals die Marke von 1.000 Mrd. RMB erreichen. Liaoning ist die siebente Provinz in China, in der dieser Wert erreicht wird.

Der Bruttoproduktionswert pro Kopf lag bei 21.788 RMB (ca. 2.100 Euro) und damit um 14,8 % höher als im Vorjahr. Das Außenhandelsvolumen ist um 18 % auf 48,39 Mrd. RMB (4,8 Mrd. Euro) gestiegen. Derzeit wird von der Zentralregierung die Strategie zur Wiederbelebung der Wirtschaft in Nordostchina – im so genannten Rostgürtel – umgesetzt. Anfang 2006 hat die Provinz Liaoning offiziell mit der Entwicklung von fünf Industriezonen begonnen.

Die Jinzhou Wirtschafts- und Technikentwicklungszone – in unmittelbarer Nachbarschaft zu Dalian – ist ein Schwerpunkt der Entwicklungsarbeit in Liaoning. Die Zone ist verkehrstechnisch gut erschlossen. Sie ist eines der wichtigsten Logistikzentren in Nordostasien. Es haben sich bereits einige zentrale Branchen herauskristallisiert, beispielsweise Unternehmen im Bereich der Stromgewinnung aus Solar-Energie, Hersteller von Auto-Zubehör, Container-Produzenten und Biotechnik- beziehungsweise Bio-Medizin-Hersteller.

Besonderer Wert wird auf die Entwicklung der Verkehrsinfrastruktur gelegt. Die Autobahn Shenyang Beijing ist mit einer Länge von 658 km die längste sechsspurige Autobahn in ganz China. Die langfristigen Pläne sehen für die Provinz bis zum Jahr 2020 den Ausbau des Autobahnnetzes auf insgesamt 3.658 km vor. Im Jahr 2007 gab die Provinzregierung bekannt, dass sie 8,5 Mrd. RMB (ca. 850 Mio. Euro) für den Ausbau der Häfen der Provinz zur Verfügung stellen will, für diese Projekte werden auch ausländische Investoren gesucht.

Große Anstrengungen werden in der Provinz im Bereich Energieeinsparung und Nutzung alternativer Energien unternommen. So wurden in Dalian auf der Insel Xianrendao die größten Windkraftanlagen Chinas installiert. Darüber hinaus wurden 2005 neue Richtlinien für die Bauindustrie zur Einsparung von Heizenergie erlassen.

Shenyang – Hauptstadt der Provinz Liaoning (auch bekannt als Mukden – Hauptstadt des Mandschurischen Reiches) – hat eine Fläche von 8.515 Quadratkilometern und 6,9 Mio. Einwohner, darunter rund 4,9 Mio. städtische Bevölkerung. Als die größte Stadt in Nordostchina ist sie eines der Zentren für Wirtschaft, Kultur und Verkehr. Ihre Maschinenbau-Industrie ist bekannt in ganz China. Mit der Shenyang Machine Tool Group hat der größte Drehmaschinenhersteller Chinas seinen Sitz in Shenyang. Im September 2007 eröffnete die BASF ein neues Trainingszentrum in Shenyang, wo künftig Kunden der BASF in der Anwendung der Autoreparaturlackprodukte des Unternehmens geschult werden sollen.

Shenyang verfügt über beachtliche Kapazitäten im Bereich Automobilbau, so hat General Motors in Shenyang ein großes Joint Venture errichtet. Darüber hinaus gibt es die Shenyang Brilliance Jinbei, die als erster chinesischer Automobilbetrieb plant, seine Fahrzeuge auch auf dem amerikanischen und europäischen Markt zu verkaufen. Brilliance China hat ebenso ein Joint Venture mit BMW, in dem Fahrzeuge der 3er und 5er Serie produziert werden.

In den letzten Jahren hat sich die Wirtschaft in der Stadt beständig dynamisch entwickelt, 2005 lag der Bruttoproduktionswert bei 224 Mrd. RMB (ca. 22 Mrd. Euro), was einer Verdopplung im Vergleich zum Jahr 2000 entspricht. Fünf Jahre hintereinander konnte ein zweistelliges Wachstum erreicht werden, das im Durchschnitt bei 13,8 % lag.

Die Entwicklungszone Shenyang mit einer Gesamtfläche von 32 km² umfasst unter anderem Produktionsbasen für Kohle, Stahl, Erdölprodukte und Lebensmittel. Dort haben sich mehr als 700 Unternehmen angesiedelt, darunter auch internationale Konzerne wie Coca Cola, BASF, Bridgestone und Nissan.  Im Jahr 2005 wurde der Grundstein für einen deutschen Industriepark gelegt, in dem der Schwerpunkt auf der Automobilzulieferindustrie liegt.

Besondere Anstrengungen werden in Shenyang unternommen, um das Image eines schmutzigen Zentrums von ineffektiver Schwerindustrie loszuwerden. Daher werden verstärkt Firmen aus dem Service- und High-Tech-Bereich angesiedelt. Im Jahr 2005 hat die deutsche Bertelsmann Gruppe mit einem chinesischen Partner in Shenyang die Liaoning Publishing Group gegründet.

Shenyang – einst eine der weltweit am meisten verschmutzen Städte hat in den letzten Jahren rund 80 Mrd. RMB (ca. 8 Mrd. Euro) in Umweltmaßnahmen investiert. Die Anstrengungen haben erste Erfolge gezeigt, im Jahr 1999 wurde Shenyang durch die UNO als eine Modell-Stadt für nachhaltige Entwicklung gelistet, darüber hinaus wurde es zu einer nationalen Modellstadt für Umweltschutz ernannt.

Im Jahr 2005 wurde in Shenyang begonnen, eine U-Bahn zu bauen. In der ersten Phase werden 40 km U-Bahn-Strecke gebaut, die Kosten dafür belaufen sich auf 17 Mrd. RMB (ca. 1,7 Mrd. Euro). Die Hälfte dieser Kosten wir d durch die Stadt getragen, der Rest durch Kredite der China Development Bank und der China Construction Bank.

Die Stadt Dalian liegt am Südrand der Liaodong-Halbinsel und hat 5,7 Mio. Einwohner (2006), davon gut 2 Mio. in der Innenstadt. Im Jahr 2006 betrug der Bruttoproduktionswert 257 Mrd. RMB (rund 25 Mrd. Euro), was einer Steigerung um 16,5 % im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Schwerpunktbranchen sind Schiffbau-, Maschinenbau-, Chemie- und Textilindustrie. Der große Hafen ist tief und eisfrei. 10.000-Tonnen-Frachter können das ganze Jahr über ein- und auslaufen. Daher zählt er zu den wichtigsten Außenhandelshäfen des Landes. Die deutsche Firma Liebherr hat in Dalian seit 2002 einen Fertigungsstandort für Hydraulikbagger.

In der Entwicklungszone Dalian haben bis jetzt bereits mehr als 1.600 ausländische Unternehmen investiert – aufgrund der geographischen Nähe in erster Linie japanische Firmen, aber auch Unternehmen aus Hongkong und Südkorea. Die Export-Verarbeitungszone wurde im Jahr 2000 eingerichtet um mehr ausländische unternehmen anzusiedeln. Eines der größten Investments ist von Mitsubishi im Bereich Automobilbau geplant. Der Softwarepark hat zu dem enormen Wachstum der IT-Industrie in den letzten Jahren einen entscheidenden Beitrag geleistet. Seit 2003 wird in der Stadt jährlich eine Software-Messe durchgeführt. Zudem ist Chinas größter Software-Park-Entwickler Yida gegenwärtig dabei, einen neuen Software-Park aufzubauen, den Dalian Tiandi Software Hub. Diese soll 40 km² umfassen und soll nach Fertigstellung der größte seiner Art in der Welt sein.

Von Dalians Huayuankou-Industriepark ist es nicht weit nach Südkorea und Japan. Der Industriepark wurde Anfang 2004 gegründet und erstreckt sich auf einer Gesamtfläche von 50 Quadratkilometern. Eigenen Angaben zufolge haben sich im Industriepark verschiedene umweltfreundliche High-Tech-Projekte angesiedelt, 20 davon sind bereits in Betrieb, 4,4 Mrd. RMB (ca. 400 Mio. Euro) wurden in diese Projekte investiert. Darüber hinaus werden weitere neue Industrieparks geplant, um mehr ausländische Investoren anzuziehen. Hier geht es schwerpunktmäßig um die Produktion von Halbleitern, um die Automobilzulieferindustrie, Umwelttechnologien usw.

In Dalian betreibt PetroChina die größte Erdölraffinerie des Landes mit einer Kapazität von 20,5 Mio. Tonnen jährlich. Damit im Zusammenhang werden große Projekte zur Wasserentsalzung sowie im Hafenbau realisiert, so dass Dalian zu Chinas größtem petrochemischem Hafen ausgebaut wird mit einer jährlichen Umschlagskapazität von 24 Mio. Tonnen.

 

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