|
Die Provinz Liaoning liegt im
Nordosten der VR China und grenzt an das Gelbe Meer und an Nordkorea. Sie
hat eine Fläche von rund 148.000 km² und 42,7 Mio. Einwohner.
In der Provinz gibt es große
Rohstoffreserven, insbesondere Eisenerz, Kohle, Ölschiefer, Mangan,
Magnesium und Molybdän.
Das Liaohe Ölfeld am Unterlauf des Liaohe-Flusses ist das drittgrößte in
China. Hier begann die Förderung von Erdöl und Erdgas im Jahr 1955.
Liaoning ist eine der traditionellen Schwerindustriebasen Chinas, in
der eine große Breite an Industriezweigen vertreten ist. Besonders
entwickelt sind der Maschinen- und Anlagenbau sowie die Verarbeitung von
Rohstoffen, weiterhin spielen auch Metallurgie und Bergbau,
Energiewirtschaft und Erdölchemie sowie Elektronik eine bedeutende Rolle. So
gibt es in Anshan eine der größten Eisenhütten des Landes. Ein wichtiges
Zentrum des Maschinenbaus befindet sich in Shenyang.
Liaoning zählt zu den entwickelten
Küstenprovinzen, in denen die Reform- und Öffnungspolitik zuerst umgesetzt
wurde. Hier gibt es nunmehr rund 35.000 Unternehmen mit ausländischen
Investments, von den internationalen Top-500-Unternehmen haben mehr als 110
in der Provinz investiert,
darunter beispielsweise Siemens, Toshiba, Sanyo.
Wichtige Hafenstädte in der Provinz Liaoning sind Dalian, Dandong und
Huludao.
2006 war im Rahmen der Umgestaltung der alten
Industriebasen im Nordosten ein sehr wichtiges Jahr. Der
Bruttoproduktionswert der Provinz lag im vergangenen Jahr bei 926 Mrd. RMB
(ca. 90 Mrd. Euro), was einer Steigerung um
17,7 %
im Vergleich zu 2005 entspricht.
Seit 2003 kann die Provinz ein durchschnittliches BIP-Wachstum von 12 %
verzeichnen, im Jahr 2007 sollte das BIP erstmals die Marke von 1.000 Mrd.
RMB erreichen. Liaoning ist die siebente Provinz in China, in der dieser
Wert erreicht wird.
Der Bruttoproduktionswert pro Kopf lag bei
21.788
RMB (ca. 2.100 Euro) und damit um
14,8 % höher als im Vorjahr. Das
Außenhandelsvolumen ist um 18 % auf 48,39 Mrd. RMB (4,8 Mrd. Euro)
gestiegen. Derzeit wird von der Zentralregierung die Strategie zur
Wiederbelebung der Wirtschaft in Nordostchina – im so genannten Rostgürtel –
umgesetzt. Anfang 2006 hat die Provinz Liaoning offiziell mit der
Entwicklung von fünf Industriezonen begonnen.
Die Jinzhou Wirtschafts- und
Technikentwicklungszone – in unmittelbarer Nachbarschaft zu Dalian – ist ein
Schwerpunkt der Entwicklungsarbeit in Liaoning. Die Zone ist
verkehrstechnisch gut erschlossen. Sie ist eines der wichtigsten
Logistikzentren in Nordostasien. Es haben sich bereits einige zentrale
Branchen herauskristallisiert, beispielsweise Unternehmen im Bereich der
Stromgewinnung aus Solar-Energie, Hersteller von Auto-Zubehör,
Container-Produzenten und Biotechnik- beziehungsweise
Bio-Medizin-Hersteller.
Besonderer Wert wird auf die Entwicklung der Verkehrsinfrastruktur gelegt.
Die Autobahn Shenyang Beijing ist mit einer Länge von 658 km die längste
sechsspurige Autobahn in ganz China. Die langfristigen Pläne sehen für die
Provinz bis zum Jahr 2020 den Ausbau des Autobahnnetzes auf insgesamt 3.658
km vor. Im Jahr 2007 gab die Provinzregierung bekannt, dass sie 8,5 Mrd. RMB
(ca. 850 Mio. Euro) für den Ausbau der Häfen der Provinz zur Verfügung
stellen will, für diese Projekte werden auch ausländische Investoren
gesucht.
Große Anstrengungen werden in der Provinz im Bereich Energieeinsparung und
Nutzung alternativer Energien unternommen. So wurden in Dalian auf der Insel
Xianrendao die größten Windkraftanlagen Chinas installiert. Darüber hinaus
wurden 2005 neue Richtlinien für die Bauindustrie zur Einsparung von
Heizenergie erlassen.
Shenyang
– Hauptstadt der Provinz Liaoning (auch bekannt als Mukden – Hauptstadt des
Mandschurischen Reiches) – hat eine Fläche von 8.515 Quadratkilometern und
6,9 Mio. Einwohner, darunter rund 4,9 Mio. städtische Bevölkerung. Als die
größte Stadt in Nordostchina ist sie eines der Zentren für Wirtschaft,
Kultur und Verkehr. Ihre Maschinenbau-Industrie ist bekannt in ganz China.
Mit der Shenyang Machine Tool Group hat der größte Drehmaschinenhersteller
Chinas seinen Sitz in Shenyang. Im September 2007 eröffnete die BASF ein
neues Trainingszentrum in Shenyang, wo künftig Kunden der BASF in der
Anwendung der Autoreparaturlackprodukte des Unternehmens geschult werden
sollen.
Shenyang verfügt über beachtliche Kapazitäten im Bereich Automobilbau, so
hat General Motors in Shenyang ein großes Joint Venture errichtet. Darüber
hinaus gibt es die Shenyang Brilliance Jinbei, die als erster chinesischer
Automobilbetrieb plant, seine Fahrzeuge auch auf dem amerikanischen und
europäischen Markt zu verkaufen. Brilliance China hat ebenso ein Joint
Venture mit BMW, in dem Fahrzeuge der 3er und 5er Serie produziert werden.
In den letzten Jahren hat sich die Wirtschaft
in der Stadt beständig dynamisch entwickelt, 2005 lag der
Bruttoproduktionswert bei 224 Mrd. RMB (ca. 22 Mrd. Euro), was einer
Verdopplung im Vergleich zum Jahr 2000 entspricht. Fünf Jahre hintereinander
konnte ein zweistelliges Wachstum erreicht werden, das im Durchschnitt bei
13,8 % lag.
Die Entwicklungszone Shenyang mit einer Gesamtfläche von 32 km² umfasst
unter anderem Produktionsbasen für Kohle, Stahl, Erdölprodukte und
Lebensmittel. Dort haben sich mehr als 700 Unternehmen angesiedelt, darunter
auch internationale Konzerne wie Coca Cola, BASF, Bridgestone und Nissan.
Im Jahr 2005 wurde der Grundstein für einen deutschen Industriepark gelegt,
in dem der Schwerpunkt auf der Automobilzulieferindustrie liegt.
Besondere Anstrengungen werden in Shenyang unternommen, um das Image eines
schmutzigen Zentrums von ineffektiver Schwerindustrie loszuwerden. Daher
werden verstärkt Firmen aus dem Service- und High-Tech-Bereich angesiedelt.
Im Jahr 2005 hat die deutsche Bertelsmann Gruppe mit einem chinesischen
Partner in Shenyang die Liaoning Publishing Group gegründet.
Shenyang – einst eine der weltweit am meisten verschmutzen Städte hat in den
letzten Jahren rund 80 Mrd. RMB (ca. 8 Mrd. Euro) in Umweltmaßnahmen
investiert. Die Anstrengungen haben erste Erfolge gezeigt, im Jahr 1999
wurde Shenyang durch die UNO als eine Modell-Stadt für nachhaltige
Entwicklung gelistet, darüber hinaus wurde es zu einer nationalen
Modellstadt für Umweltschutz ernannt.
Im Jahr 2005 wurde in Shenyang begonnen, eine U-Bahn zu bauen. In der ersten
Phase werden 40 km U-Bahn-Strecke gebaut, die Kosten dafür belaufen sich auf
17 Mrd. RMB (ca. 1,7 Mrd. Euro). Die Hälfte dieser Kosten wir d durch die
Stadt getragen, der Rest durch Kredite der China Development Bank und der
China Construction Bank.
Die Stadt Dalian liegt am Südrand der
Liaodong-Halbinsel und hat 5,7 Mio. Einwohner (2006), davon gut 2 Mio. in
der Innenstadt. Im Jahr 2006 betrug der Bruttoproduktionswert 257 Mrd. RMB
(rund 25 Mrd. Euro), was einer Steigerung um 16,5 % im Vergleich zum Vorjahr
entspricht. Schwerpunktbranchen sind Schiffbau-, Maschinenbau-, Chemie- und
Textilindustrie. Der große Hafen ist tief und eisfrei.
10.000-Tonnen-Frachter können das ganze Jahr über ein- und auslaufen. Daher
zählt er zu den wichtigsten Außenhandelshäfen des Landes. Die deutsche Firma
Liebherr hat in Dalian seit 2002 einen Fertigungsstandort für
Hydraulikbagger.
In der Entwicklungszone Dalian haben bis jetzt bereits mehr als 1.600
ausländische Unternehmen investiert – aufgrund der geographischen Nähe in
erster Linie japanische Firmen, aber auch Unternehmen aus Hongkong und
Südkorea. Die Export-Verarbeitungszone wurde im Jahr 2000 eingerichtet um
mehr ausländische unternehmen anzusiedeln. Eines der größten Investments ist
von Mitsubishi im Bereich Automobilbau geplant. Der Softwarepark hat zu dem
enormen Wachstum der IT-Industrie in den letzten Jahren einen entscheidenden
Beitrag geleistet. Seit 2003 wird in der Stadt jährlich eine Software-Messe
durchgeführt. Zudem ist Chinas größter Software-Park-Entwickler Yida
gegenwärtig dabei, einen neuen Software-Park aufzubauen, den Dalian Tiandi
Software Hub. Diese soll 40 km² umfassen und soll nach Fertigstellung der
größte seiner Art in der Welt sein.
Von Dalians Huayuankou-Industriepark ist es
nicht weit nach Südkorea und Japan. Der Industriepark wurde Anfang 2004
gegründet und erstreckt sich auf einer Gesamtfläche von 50
Quadratkilometern. Eigenen Angaben zufolge haben sich im Industriepark
verschiedene umweltfreundliche High-Tech-Projekte angesiedelt, 20 davon sind
bereits in Betrieb, 4,4 Mrd. RMB (ca. 400 Mio. Euro) wurden in diese
Projekte investiert.
Darüber hinaus werden weitere neue Industrieparks geplant, um mehr
ausländische Investoren anzuziehen. Hier geht es schwerpunktmäßig um die
Produktion von Halbleitern, um die Automobilzulieferindustrie,
Umwelttechnologien usw.
In Dalian betreibt PetroChina die größte Erdölraffinerie des Landes mit
einer Kapazität von 20,5 Mio. Tonnen jährlich. Damit im Zusammenhang werden
große Projekte zur Wasserentsalzung sowie im Hafenbau realisiert, so dass
Dalian zu Chinas größtem petrochemischem Hafen ausgebaut wird mit einer
jährlichen Umschlagskapazität von 24 Mio. Tonnen. |