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Shandong zählt
mit einer Fläche von rund 156.700 km² zu den mittelgroßen Provinzen Chinas,
liegt jedoch mit ca. 92 Mio. Einwohnern nach Henan an zweiter Stelle in
Bezug auf die Bevölkerungszahl. Die Provinz liegt an der chinesischen
Ostküste am Unterlauf des Gelben Flusses (Huanghe). Hauptstadt von Shandong
ist Jinan, das wirtschaftliche Zentrum jedoch ist Qingdao. Die wichtigsten
Industriezweige sind Nahrungsmittelindustrie, Papierherstellung,
Haushaltsgeräteherstellung, Baustoffindustrie, Textilindustrie, Eisen- und
Stahlindustrie, Maschinenbau, Gummi-Industrie.
Für das Jahr
2009 strebt die Provinz mit Hilfe einen umfangreichen Konjunkturprogramms
ein BIP-Wachstum von 10 % an. (Stand Februar 2009)
Qingdao liegt am
Gelben Meer und ist mit seinen 8,4 Mio. Einwohnern (davon ca. 3 Mio. im
engeren Stadtgebiet) das wirtschaftliche Zentrum der Provinz Shandong. Seit
dem ausgehenden 19. Jahrhundert war Qingdao deutscher Kolonialstützpunkt und
stand von 1897 bis 1914 als Hauptstadt des Deutschen Schutzgebiets
Kiautschou unter deutscher Herrschaft.
Nach der Öffnung Chinas im Jahr 1978 nahm Qingdao eine rasante
Entwicklung, der natürliche Tiefseehafen ist der drittgrößte Chinas und der
neuntgrößte weltweit. Folgende sechs Schwerpunkt-Industrien sind heute in
Qingdao konzentriert: Elektronik und Telekommunikation, Informationstechnik
und Haushaltelektrik (Haier, Hisense, Aocma etc.), Chemieindustrie und
Gummiherstellung (Good Year, Shuangxin etc.), Lebensmittelindustrie
(Fischprodukte, Seefrüchte, Tsingtao Brewery Co., Ltd), Automobil- und
Schiffbau, Textilindustrie (Jean Pierre, Hong Ling etc.). Das
Bruttosozialprodukt der Stadt betrug 2007 ca. 379 Mrd. RMB (ca. 37 Mrd.
Euro), was einer Wachstumsrate von 16 % im Vergleich zum Vorjahr entspricht.
In Bezug auf die wirtschaftliche Dynamik zählt Qingdao zu den zehn führenden
Städten Chinas.
Die Qingdao Economic and Technological Development Zone ist bei
verschiedenen Kennziffern führend unter den 54 Entwicklungszonen auf
nationaler Ebene. Unter anderem wurden dort 40 Projekte von internationalen
Top-500-Unternehmen aus 30 Ländern und Regionen realisiert. Darüber hinaus
gibt es in Qingdao eine Freihandelszone mit mehr als 10.000 Beschäftigten,
eine High-tech Industrial Development Zone auf nationaler Ebene, sowie eine
Export-Verarbeitungszone.
Zahlreiche Partnerschaften verbinden Qingdao mit Deutschland, so
beispielsweise eine Hafenpartnerschaft zu Wilhelmshaven seit 1992. Anfang
November dieses Jahres wurde eine Regionalpartnerschaft zwischen Qingdao und
der Region Düsseldorf unterzeichnet. Bereits seit Anfang der 80er Jahre
arbeiten der Freistaat Bayern und Provinz Shandong eng zusammen, im Jahr
1987 wurde offiziell die Partnerschaft begründet. Das Verbindungsbüro
Bayern-Shandong hat seit 2004 seinen Sitz in Qingdao.
Tianjin ist eine
der vier regierungsunmittelbaren Städte Chinas, d.h. sie ist direkt der
Zentralregierung in Peking unterstellt und hat damit denselben Status wie
eine Provinz. Tianjin liegt rund 120 km südöstlich von Peking, 50 km von der
Bohai-Bucht entfernt. Die Fläche des gesamten Verwaltungsgebietes Tianjin
beträgt rund 12.000 km² und ist damit etwas kleiner als Schleswig-Holstein.
Im Verwaltungsgebiet leben ca. 10,5 Mio. Einwohner, im engeren Stadtgebiet
rund 3,8 Mio.
Tianjin zählt zu den dynamischsten Industrieregionen Chinas und erfährt
derzeit eine besondere Förderung durch die Zentralregierung (wie in der
Vergangenheit Südchina um Shenzhen oder die Region Shanghai). Damit soll ein
weiterer wirtschaftlicher „Drachenkopf“ im Nordosten des Landes geschaffen
werden.
Die Hauptindustriezweige sind chemische Industrie, Petrolchemie,
Elektronik, Stahlproduktion, Textilindustrie, Maschinen- und Anlagenbau,
Fahrzeugbau, Biotechnologie und Pharmazie, neue Energien und Umweltschutz.
2006 lag das BIP bei 434 Mio. RMB (ca. 43 Mio. Euro), das Wachstum gegenüber
2005 betrug 14,4 %, das BIP pro Kopf betrug rund 41.000 RMB (ca. 4.000
Euro), womit Tianjin zu den wohlhabendsten Regionen Chinas gehört.
Airbus hat sein erstes Fertigungswerk (Endmontagelinie) außerhalb Europas
in Tianjin eröffnet - am Rande des internationalen Flughafens. Das erste
dort montierte Flugzeug soll Mitte 2009 an Sichuan Airlines ausgeliefert
werden. Seit August 2008 verkehren zwischen Peking und Tianjin
Hochgeschwindigkeitszüge, die für die 120 km weniger als 30 min benötigen.
Ein wesentlicher Entwicklungsschwerpunkt ist die Tianjin Economic and
Technological Development Area (TEDA), die 1984 durch den Staatsrat der VR
China gegründet wurde und damit eine der ersten Wirtschafts- und
Technologie- Entwicklungszonen auf staatlicher Ebene in ganz China ist. In
den letzten Jahren wurde der Ausbau dieser Zone stark forciert, so dass sich
bis jetzt bereits mehr als 3.300 ausländische Firmen dort angesiedelt haben,
darunter weltbekannte Unternehmen wie Motorola, Nestlé, Volkswagen, Airbus,
SEW Eurodrive, Novo Nordisk usw.
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