Unternehmerreise nach Südwest-China vom 20. - 28. März 2010
Kunming, Dali, Lijiang (Yunnan) sowie Peking
         
 
   

Informationen über die Provinz Yunnan


Yunnan nimmt mit einer Fläche von rund 394.000 km² und einer Einwohnerzahl von ca. 48 Mio. die Plätze 11 bzw. 12 im gesamtchinesischen Maßstab ein. Die Provinz liegt landschaftlich reizvoll im äußersten Süden Chinas und grenzt an Vietnam, Laos und Myanmar. Aufgrund dieser geografischen Lage wird die Provinz im Rahmen der Go-West-Strategie der chinesischen Regierung zum Tor des Landes nach Süd- und Südostasien ausgebaut.

Ca. 38 % der Bevölkerung gehören nationalen Minderheiten an - damit ist Yunnan die Provinz, in der die meisten verschiedenen Nationalitäten leben, es gibt in der Provinz 8 Autonome Bezirke (Zhuang und Miao, Hani und Yi, Dai, Yi, Bai, Dai und Jingpo, Nujiang und Lisu, Deqen und Tibeter)

Seit 2003 ist die Wirtschaft der Provinz jährlich um 8,6 Prozentpunkte gewachsen. Das Bruttoinlandsprodukt der Provinz betrug 2007 470 Mrd. RMB (ca. 48 Mrd. Euro), im Vergleich zu 231 Mrd. RMB (ca. 24 Mrd. Euro) im Jahr 2003, das Wachstum im Vergleich zum Vorjahr (2006) betrug 19,1 %. Das BIP pro Kopf der Bevölkerung stieg im gleichen Zeitraum von 5.366 RMB (ca. 530 Euro) auf 10.540 RMB (ca. 1.100 Euro). Damit gehört Yunnan nach wie vor zu den ärmeren Provinzen des Landes. Erst in den letzten Jahren konnte eine Beschleunigung der Wachstumszahlen erreicht werden, noch heute leben 80 % der Bevölkerung von der Landwirtschaft.

Die 5 Schwerpunkt-Industrien sind: Tourismus, Tabakherstellung, Bergbau, Energiewirtschaft, ökologische Landwirtschaft und Biochemie. Dabei wird auf die Entwicklung einer „grünen“ Industrie mit nachhaltiger Entwicklung der Bioressourcen und Umweltschutz besonderer Wert gelegt.

Der Außenhandelsumsatz stieg auf 87,8 US$, Haupthandelspartner waren 2005 Myanmar, Hongkong, Vietnam, Japan und die Vereinigten Staaten. Damit hatte Yunnan lediglich einen Anteil von 1 % am gesamten chinesischen Außenhandel. Hauptexportprodukte sind Tabak, Maschinen und Elektroerzeugnisse, chemische und landwirtschaftliche Erzeugnisse sowie Nichteisenmetalle.

Besonders erwähnenswert ist der Aufbau einer Grenz-Handelszone entlang der Grenze zu Myanmar, als erste Provinz Chinas wurde Yunnan Teil des Kooperationsprogramms „Greater Mekong Region“ der Weltbank und der Asiatischen Entwicklungsbank.

In den letzten Jahren sind die ausländischen Direktinvestitionen stark angestiegen. Vor allem Investoren aus Kanada, Australien, Japan, den USA, Großbritannien und Südafrika haben in Bergbauprojekte in der Provinz investiert. Wichtigster deutscher Investor ist die Messer Gas-Gesellschaft mit 3 Produktionsstandorten in Kunming.

Im November 2008 wurde mit der deutschen Regierung eine Absichtserklärung unterzeichnet, in der Wirtschafts-Entwicklungszone von Kunming ein umfassendes Umweltprogramm mit Hilfe von Krediten durch die deutsche Kreditanstalt für Wiederaufbau zu realisieren. Dabei sollen für 2 Projekte - den Aufbau einer Abwasseraufbereitungsanlage und den Bau eines Wasserwerkes für wieder aufbereitetes Nutzwasser - insgesamt 189 Mio. RMB (ca.19 Mio. Euro), investiert werden, wovon 10 Mio. Euro Kredite der deutschen Regierung sind. Für das gesamte Umweltprogramm sollen über 1,3 Mrd. RMB investiert werden.

Kunming ist die Hauptstadt der Provinz Yunnan mit einer Bevölkerung von 6,1 Mio., davon leben ca. 3 Mio. im engeren Stadtgebiet. Es ist das politische, wirtschaftliche und kulturelle Zentrum der Provinz. Gleichzeitig ist es ein wichtiges Verkehrszentrum in Südwestchina für Luft-, Straßen- und Bahnverkehr, insbesondere wegen der Zugverbindung nach Vietnam und der Straßenverbindungen nach Myanmar und Laos. Derzeit wird ein neuer Flughafen errichtet, der nach der Fertigstellung im Jahr 2010 der viertgrößte internationale Flughafen Chinas sein soll.

Im Jahr 2007 betrug das BIP 139,3 Mrd. RMB (ca. 14 Mrd. Euro), das verfügbare Einkommen pro Kopf der städtischen Bevölkerung lag bei 12.083 RMB, ca. 1.300 Euro.

Kunming ist ein wichtiges Handelszentrum zwischen West-, Zentral und Südchina sowie einer der größten Produzenten von Kupfer in China. Weitere wichtige Industriezweige sind Energiewirtschaft (insbesondere Wasserkraft), Eisen- und Stahlindustrie, chemische Industrie, Maschinen- und Automobilbau, Textilindustrie, Papierherstellung, Zementproduktion. Darüber hinaus verfügt die Region über Kohle-, Salz-, Phosphat- und Zinkvorkommen.

Die Stadt verfügt über 2 Entwicklungszonen auf nationaler Ebene, die Kunming High-tech Industrial Development Zone mit den Schwerpunkten Biotechnologie und Medizin, neue Materialien, Elektronik und Informationstechnologien, Photoelektronik, Landwirtschaft sowie die Kunming Economic and Technology Development Zone mit den Schwerpunkten Anlagenbau, Biowissenschaften und Lebensmittelindustrie, Informationstechnologie und Softwareindustrie.

Bis zum Jahr 2008 haben in Kunming bereits mehr als 2.000 ausländische Unternehmen investiert. 2006 wurde beschlossen, eine fast 3000 km lange Ölpipeline von der Küste des Indischen Ozeans in Myanmar nach Kunming zu bauen, durch die dann Erdöl aus Afrika und dem Nahen Osten nach China transportiert werden soll.

Auch in Kunming wird der Schwerpunkt auf die Entwicklung einer „grünen Industrie“ gelegt, d. h. die nachhaltige Entwicklung der Bioressourcen und den Umweltschutz, insbesondere in der Landwirtschaft. Hier geht es um die Produktion von Bio-Nahrungsmitteln und Erzeugnissen für die traditionelle chinesische Medizin.

In Kunming soll versuchsweise ein Umwelt-Gerichtshof eingeführt werden, der zum mittleren Volksgericht gehört, und sich mit Verletzungen der Umweltgesetze durch Unternehmen in Städten der Provinz Yunnan beschäftigt. Das INTEGER Kunming Project wurde als erstes „intelligentes und grünes“ Projekt in China im Jahr 2006 realisiert – somit ist Kunming die erste Öko-Stadt in Südchina.

Im Juli 2008 wurde ein Programm begonnen, nach dem die Solarenergie der Stadt bis zum Jahr 2013 zu einer Solar-Basis von 8,8 Mrd. US$ ausgebaut werden soll (mittlere Sonnenschein-Dauer pro Jahr beträgt mehr als 2.400 Stunden, damit besteht ein Potenzial von 1.500 kWh Solarenergie). In diesem Rahmen wurden Maßnahmen der Regierung zur Entwicklung einer sonnenenergiebasierten Infrastruktur ergriffen – beispielsweise LED für öffentliche Beleuchtung, Photovoltaik-Projekte, Propagierung von Projekten zur Energieeinsparung. 2007 gab es ca. 130 Solar-Energie-Unternehmen in der Stadt, davon produzieren 118 Solar-Lampen und Solar-Wassererhitzer, 10 stellen Photovoltaik-Zellen her.

Dali ist die Hauptstadt der Autonomen Region Dali der Bai-Nationalität und hat eine Bevölkerung von rund 590.000 Einwohnern. Besonders bekannt ist Dali für die reichen Vorkommen an Marmor, so dass der chinesische Name für Marmor Dali-Stein ist.

In diesem Jahr wird die Stadtverwaltung von Dali 24 Schwerpunktprojekte der industriellen Entwicklung fördern, dazu zählen Erweiterungen und Modernisierungen der Zigarettenfabrik Dali, der Produktionslinie für Fahrerkabinen von Lastkraftwagen, der Zementproduktion, der Arzneimittelproduktion, der Milchwirtschaft, Getreide- und Teeproduktion, von siliziumfreien Dünnschicht-Modulen für die Solarindustrie. Dabei sollen insbesondere High-Tech-Projekte im Vordergrund stehen.

Lijiang hat eine Bevölkerung von rund 1,1 Mio. Einwohnern und liegt im Nordwesten der Provinz Yunnan. In den letzten Jahren hat die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt einen enormen Aufschwung genommen und konnte in den vergangenen Jahren jeweils Zuwachsraten von ca. 10 Prozent erreichen. Aufgrund der geographischen Lage am Fuße des Jadedrachen-Schneeberges wird der Entwicklung der Tourismuswirtschaft besondere Aufmerksamkeit gewidmet, und hier besonders dem Öko-Tourismus. So existiert ein Projekt zur Erschließung einer touristischen Zone in den Bergen ca. 15 km vom Stadtzentrum entfernt.

 

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