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Yunnan nimmt
mit einer Fläche von rund 394.000 km² und einer Einwohnerzahl von ca. 48
Mio. die Plätze 11 bzw. 12 im gesamtchinesischen Maßstab ein. Die Provinz
liegt landschaftlich reizvoll im äußersten Süden Chinas und grenzt an
Vietnam, Laos und Myanmar. Aufgrund dieser geografischen Lage wird die
Provinz im Rahmen der Go-West-Strategie der chinesischen Regierung zum Tor
des Landes nach Süd- und Südostasien ausgebaut.
Ca. 38 % der Bevölkerung gehören nationalen Minderheiten an - damit ist
Yunnan die Provinz, in der die meisten verschiedenen Nationalitäten leben,
es gibt in der Provinz 8 Autonome Bezirke (Zhuang und Miao, Hani und Yi,
Dai, Yi, Bai, Dai und Jingpo, Nujiang und Lisu, Deqen und Tibeter)
Seit 2003 ist die Wirtschaft der Provinz jährlich um 8,6 Prozentpunkte
gewachsen. Das Bruttoinlandsprodukt der Provinz betrug 2007 470
Mrd. RMB (ca. 48 Mrd. Euro), im Vergleich zu 231 Mrd. RMB (ca. 24 Mrd.
Euro) im Jahr 2003, das Wachstum im Vergleich zum Vorjahr (2006) betrug
19,1 %. Das BIP pro Kopf der Bevölkerung stieg im gleichen Zeitraum
von 5.366 RMB (ca. 530 Euro) auf 10.540 RMB (ca. 1.100 Euro). Damit gehört
Yunnan nach wie vor zu den ärmeren Provinzen des Landes. Erst in den
letzten Jahren konnte eine Beschleunigung der Wachstumszahlen erreicht
werden, noch heute leben 80 % der Bevölkerung von der Landwirtschaft.
Die 5 Schwerpunkt-Industrien sind: Tourismus, Tabakherstellung,
Bergbau, Energiewirtschaft, ökologische Landwirtschaft und Biochemie.
Dabei wird auf die Entwicklung einer „grünen“ Industrie mit nachhaltiger
Entwicklung der Bioressourcen und Umweltschutz besonderer Wert gelegt.
Der Außenhandelsumsatz stieg auf 87,8 US$, Haupthandelspartner
waren 2005 Myanmar, Hongkong, Vietnam, Japan und die Vereinigten Staaten.
Damit hatte Yunnan lediglich einen Anteil von 1 % am gesamten chinesischen
Außenhandel. Hauptexportprodukte sind Tabak, Maschinen und
Elektroerzeugnisse, chemische und landwirtschaftliche Erzeugnisse sowie
Nichteisenmetalle.
Besonders erwähnenswert ist der Aufbau einer Grenz-Handelszone
entlang der Grenze zu Myanmar, als erste Provinz Chinas wurde Yunnan Teil
des Kooperationsprogramms „Greater Mekong Region“ der Weltbank und der
Asiatischen Entwicklungsbank.
In den letzten Jahren sind die ausländischen Direktinvestitionen
stark angestiegen. Vor allem Investoren aus Kanada, Australien, Japan, den
USA, Großbritannien und Südafrika haben in Bergbauprojekte in der Provinz
investiert. Wichtigster deutscher Investor ist die Messer Gas-Gesellschaft
mit 3 Produktionsstandorten in Kunming.
Im November 2008 wurde mit der deutschen Regierung eine
Absichtserklärung unterzeichnet, in der
Wirtschafts-Entwicklungszone von Kunming ein umfassendes Umweltprogramm
mit Hilfe von Krediten durch die deutsche Kreditanstalt für Wiederaufbau
zu realisieren. Dabei sollen für 2 Projekte - den Aufbau einer
Abwasseraufbereitungsanlage und den Bau eines Wasserwerkes für wieder
aufbereitetes Nutzwasser - insgesamt 189 Mio. RMB (ca.19 Mio. Euro),
investiert werden, wovon 10 Mio. Euro Kredite der deutschen Regierung
sind. Für das gesamte Umweltprogramm sollen über 1,3 Mrd. RMB investiert
werden.
Kunming ist
die Hauptstadt der Provinz Yunnan mit einer Bevölkerung von 6,1 Mio.,
davon leben ca. 3 Mio. im engeren Stadtgebiet. Es ist das politische,
wirtschaftliche und kulturelle Zentrum der Provinz. Gleichzeitig ist es
ein wichtiges Verkehrszentrum in Südwestchina für Luft-, Straßen-
und Bahnverkehr, insbesondere wegen der Zugverbindung nach Vietnam und der
Straßenverbindungen nach Myanmar und Laos. Derzeit wird ein neuer
Flughafen errichtet, der nach der Fertigstellung im Jahr 2010 der
viertgrößte internationale Flughafen Chinas sein soll.
Im Jahr 2007 betrug das BIP 139,3 Mrd. RMB (ca. 14 Mrd. Euro), das
verfügbare Einkommen pro Kopf der städtischen Bevölkerung lag bei 12.083
RMB, ca. 1.300 Euro.
Kunming ist ein wichtiges Handelszentrum zwischen West-, Zentral und
Südchina sowie einer der größten Produzenten von Kupfer in China. Weitere
wichtige Industriezweige sind Energiewirtschaft (insbesondere
Wasserkraft), Eisen- und Stahlindustrie, chemische Industrie, Maschinen-
und Automobilbau, Textilindustrie, Papierherstellung, Zementproduktion.
Darüber hinaus verfügt die Region über Kohle-, Salz-, Phosphat- und
Zinkvorkommen.
Die Stadt verfügt über 2 Entwicklungszonen auf nationaler Ebene, die
Kunming High-tech Industrial Development Zone mit den Schwerpunkten
Biotechnologie und Medizin, neue Materialien, Elektronik und
Informationstechnologien, Photoelektronik, Landwirtschaft sowie die
Kunming Economic and Technology Development Zone mit den Schwerpunkten
Anlagenbau, Biowissenschaften und Lebensmittelindustrie,
Informationstechnologie und Softwareindustrie.
Bis zum Jahr 2008 haben in Kunming bereits mehr als 2.000 ausländische
Unternehmen investiert. 2006 wurde beschlossen, eine fast 3000 km
lange Ölpipeline von der Küste des Indischen Ozeans in Myanmar nach
Kunming zu bauen, durch die dann Erdöl aus Afrika und dem Nahen Osten nach
China transportiert werden soll.
Auch in Kunming wird der Schwerpunkt auf die Entwicklung einer „grünen
Industrie“ gelegt, d. h. die nachhaltige Entwicklung der Bioressourcen
und den Umweltschutz, insbesondere in der Landwirtschaft. Hier geht es um
die Produktion von Bio-Nahrungsmitteln und Erzeugnissen für die
traditionelle chinesische Medizin.
In Kunming soll versuchsweise ein Umwelt-Gerichtshof eingeführt
werden, der zum mittleren Volksgericht gehört, und sich mit Verletzungen
der Umweltgesetze durch Unternehmen in Städten der Provinz Yunnan
beschäftigt. Das INTEGER Kunming Project wurde als erstes
„intelligentes und grünes“ Projekt in China im Jahr 2006 realisiert –
somit ist Kunming die erste Öko-Stadt in Südchina.
Im Juli 2008 wurde ein Programm begonnen, nach dem die Solarenergie
der Stadt bis zum Jahr 2013 zu einer Solar-Basis von 8,8 Mrd. US$
ausgebaut werden soll (mittlere Sonnenschein-Dauer pro Jahr beträgt mehr
als 2.400 Stunden, damit besteht ein Potenzial von 1.500 kWh
Solarenergie). In diesem Rahmen wurden Maßnahmen der Regierung zur
Entwicklung einer sonnenenergiebasierten Infrastruktur ergriffen –
beispielsweise LED für öffentliche Beleuchtung, Photovoltaik-Projekte,
Propagierung von Projekten zur Energieeinsparung. 2007 gab es ca. 130
Solar-Energie-Unternehmen in der Stadt, davon produzieren 118 Solar-Lampen
und Solar-Wassererhitzer, 10 stellen Photovoltaik-Zellen her.
Dali ist die
Hauptstadt der Autonomen Region Dali der Bai-Nationalität und hat eine
Bevölkerung von rund 590.000 Einwohnern. Besonders bekannt ist Dali für
die reichen Vorkommen an Marmor, so dass der chinesische Name für Marmor
Dali-Stein ist.
In diesem Jahr wird die Stadtverwaltung von Dali 24 Schwerpunktprojekte
der industriellen Entwicklung fördern, dazu zählen Erweiterungen und
Modernisierungen der Zigarettenfabrik Dali, der Produktionslinie für
Fahrerkabinen von Lastkraftwagen, der Zementproduktion, der
Arzneimittelproduktion, der Milchwirtschaft, Getreide- und Teeproduktion,
von siliziumfreien Dünnschicht-Modulen für die Solarindustrie. Dabei
sollen insbesondere High-Tech-Projekte im Vordergrund stehen.
Lijiang hat
eine Bevölkerung von rund 1,1 Mio. Einwohnern und liegt im Nordwesten der
Provinz Yunnan. In den letzten Jahren hat die wirtschaftliche Entwicklung
der Stadt einen enormen Aufschwung genommen und konnte in den vergangenen
Jahren jeweils Zuwachsraten von ca. 10 Prozent erreichen. Aufgrund der
geographischen Lage am Fuße des Jadedrachen-Schneeberges wird der
Entwicklung der Tourismuswirtschaft besondere Aufmerksamkeit gewidmet, und
hier besonders dem Öko-Tourismus. So existiert ein Projekt zur
Erschließung einer touristischen Zone in den Bergen ca. 15 km vom
Stadtzentrum entfernt. |