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Provinz Henan
Henan ist mit 97,7 Mio. Einwohnern die bevölkerungsreichste
Provinz Chinas. Seit 1954 ist die Industriestadt Zhengzhou die
Provinzhauptstadt, vorher war die alte Kaiserstadt Kaifeng Hauptstadt der
Provinz. Der Gelbe Fluss – der Mutterfluss Chinas – durchfließt die Provinz
im Norden auf einer Länge von 700 Kilometern. Daher kommt auch der Name der
Provinz: Henan = südlich des Flusses. In Henan herrscht kontinentales Klima
mit kalten und relativ trockenen Wintern sowie feucht-heißen Sommern.
Die Provinz Henan ist
als Kornkammer Chinas bekannt, so dass die Landwirtschaft auch heute noch
eine sehr große Rolle spielt. Hauptanbauprodukte sind Weizen, Baumwolle,
Tabak, Sesam und Erdnüsse.
Bei der Förderung von
Kohle und Erdöl liegt die Provinz an vorderer Position in China. In der
Industrie spielen vor allem Maschinenbau, Elektronik, Erdöl- und
Chemieindustrie, Metallurgie, Herstellung von Baumaterialien, Kohleförderung
sowie Energiewirtschaft eine wichtige Rolle.
Das BIP der Provinz lag
im Jahr 2005 bei 1.054 Milliarden Yuan, was einer Zunahme um 14,1 %
gegenüber 2004 entspricht.
Zhengzhou
Zhengzhou
ist die Hauptstadt der Provinz Henan und hat insgesamt 7 Millionen
Einwohner, davon leben rund 3,2 Mio. im Stadtgebiet. Sie liegt etwa 20 km
südlich des Gelben Flusses und ist politisches, wirtschaftliches,
wissenschaftliches und kulturelles Zentrum der Provinz. Mit seiner langen
Geschichte, die rund 3.500 Jahre zurück reicht, ist Zhengzhou ebenso reich
an historischen und kulturellen Schätzen. In dieser Zeit war die Stadt
mehrfach Hauptstadt in fünf unterschiedlichen Dynastien.
In Zhengzhou befindet sich die größte Passagier- und
Güterumschlagsstation der asiatisch-europäischen Eisenbahnverbindung von
Lianyungang nach Rotterdam in den Niederlanden. Der Nordbahnhof von
Zhenghzou ist der größte Güter- und Rangierbahnhof in Asien.
Wichtige Industriezweige sind Baumwoll-, Glas- und
Aluminiumindustrie sowie Maschinenbau. Im Jahr 2005 erreichte der
Bruttoproduktionswert der Stadt 165 Mrd. RMB (ca. 16,5 Mrd. Euro), was einem
Wachstum um 15,8% im Vergleich zum Vorjahr entspricht – dies ist die höchste
Zuwachsrate in den letzten 5 Jahren.
Zhengzhou ist ebenfalls ein wichtiges Zentrum für
ausländische Investitionen in China. Investoren aus über 40 Ländern haben
sich in der Stadt bereits angesiedelt, darunter 10 der internationalen
Top-500-Unternehmen.
Luoyang
Luoyang ist eine
wichtige Industriestadt in der Provinz Henan mit rund 6,1 Mio. Einwohnern,
davon 1,38 Mio. im Stadtgebiet. Sie war unter 13 Dynastien Hauptstadt und
ist damit eine der so genannten vier großen alten Hauptstädte und
Ausgangspunkt der Seidenstraße. Luoyang liegt rund 110 km westlich der
Provinzhauptstadt Zhengzhou am Fluss Luohe.
Luoyang ist reich an
Bodenschätzen, wie Molybdän, Aluminium, Gold, Silber Eisen usw. Die
Vorkommen an Molybdän sind die größten im ganzen Land und zählen zu den drei
größten Lagerstätten weltweit. Schwerpunktbranchen in der Industrie sind
Maschinenbau und Elektronik, Erdölchemie, Metallurgie,
Baumaterialherstellung, Leicht-, Textil- und Lebensmittelindustrie.
Südlich von Luoyang
liegen die Longmen-Grotten, die zu den drei berühmtesten Höhlenanlagen mit
Steinskulpturen in China zählen. Die Grotten wurden ab dem Ende des 5.
Jahrhunderts im Laufe von 400 Jahren geschaffen, heute sind auf einer Länge
von rund 1.000 Metern unzählige Höhlen und Nischen mit Stelen und Statuen zu
bewundern.
Kaifeng
Kaifeng – ebenfalls eine
alte Kaiserstadt mit einer Geschichte von mehr als 2.700 Jahren – liegt ca.
70 km von Zhengzhou entfernt und hat rund 4,8 Mio. Einwohner, davon leben
800.000 im Stadtgebiet.
Das Gebiet ist sehr
rohstoffreich, es gibt dort große Vorkommen an Erdöl und Erdgas. In der
Landwirtschaft werden vor allem Weizen, Erdnüsse, Baumwolle und Melonen
angebaut. In der Industrie sind vorrangig Lebensmittelverarbeitung,
Textilindustrie, Chemieindustrie, Pharmazie und Maschinenbau anzutreffen,
aber ebenso spielen die neuen Industrien, wie Biotechnologie und Neue
Materialien eine große Rolle.
Das Shaolin-Kloster
Das Shaolin-Kloster
wurde vor rund 1.500 Jahren zu Ehren eines indischen Mönches erbaut, der den
damaligen Kaiser in politischen Fragen gut beraten hatte. Der Legende nach
hat der indische Mönch Bodhidaharma die Grundlagen der Shaolin-Kampfkunst
entwickelt, die seitdem von den Mönchen dieses Klosters trainiert und
weiterentwickelt werden.
Im Laufe seiner Existenz
wurde die Klosteranlage mehrfach zerstört und wieder aufgebaut. Die letzte
Zerstörung war im Jahr 1928, damals fochten verschiedene Kriegsfürsten ihre
Streitigkeiten auf dem Gelände des Klosters aus, wobei ein großer Teil der
religiösen Kunstschätze und Schriften des Tempels verloren ging. Danach
wurde der Tempel nur in kleinen Teilen wieder aufgebaut.
Während der
Kulturrevolution (1966-1976) wurden die Mönche verfolgt und aus dem Tempel
vertrieben. Die Ruinen des Klosters wurden jahrelang nur von wenigen Mönchen
bewohnt. Erst ab 1982 als der Tempel auch im Westen durch den Film „Shaolin
Temple“ bekannt wurde, begann die chinesische Regierung mit dem
Weideraufbau. Heute praktizieren dort wieder buddhistische Mönche, und der
Tempel ist zu einer wichtigen Touristenattraktion in der Nähe von Zhengzhou
geworden.
Der Pagodenwald, Talin,
liegt einen knappen Kilometer südwestlich des Klosters Shaolin. Es ist der
Friedhof der Klosteranlage mit 220 kleinen Pagoden, die die Asche berühmter
Mönche enthalten. Die unterschiedlich gestalteten Pagoden sind sämtlich nach
Süden, der Heimat Buddhas, ausgerichtet. |