Deutsch-Chinesische Kooperationstreffen
in Zhengzhou, Kaifeng, Luoyang, Dengfeng - 20.- 24. April 2007
         
 
 
 

Informationen über die Region Henan


Provinz Henan

Henan ist mit 97,7 Mio. Einwohnern die bevölkerungsreichste Provinz Chinas. Seit 1954 ist die Industriestadt Zhengzhou die Provinzhauptstadt, vorher war die alte Kaiserstadt Kaifeng Hauptstadt der Provinz. Der Gelbe Fluss – der Mutterfluss Chinas – durchfließt die Provinz im Norden auf einer Länge von 700 Kilometern. Daher kommt auch der Name der Provinz: Henan = südlich des Flusses. In Henan herrscht kontinentales Klima mit kalten und relativ trockenen Wintern sowie feucht-heißen Sommern.

Die Provinz Henan ist als Kornkammer Chinas bekannt, so dass die Landwirtschaft auch heute noch eine sehr große Rolle spielt. Hauptanbauprodukte sind Weizen, Baumwolle, Tabak, Sesam und Erdnüsse.

Bei der Förderung von Kohle und Erdöl liegt die Provinz an vorderer Position in China. In der Industrie spielen vor allem Maschinenbau, Elektronik, Erdöl- und Chemieindustrie, Metallurgie, Herstellung von Baumaterialien, Kohleförderung sowie Energiewirtschaft eine wichtige Rolle.

Das BIP der Provinz lag im Jahr 2005 bei 1.054 Milliarden Yuan, was einer Zunahme um 14,1 % gegenüber 2004 entspricht.

Zhengzhou

Zhengzhou ist die Hauptstadt der Provinz Henan und hat insgesamt 7 Millionen Einwohner, davon leben rund 3,2 Mio. im Stadtgebiet. Sie liegt etwa 20 km südlich des Gelben Flusses und ist politisches, wirtschaftliches, wissenschaftliches und kulturelles Zentrum der Provinz. Mit seiner langen Geschichte, die rund 3.500 Jahre zurück reicht, ist Zhengzhou ebenso reich an historischen und kulturellen Schätzen. In dieser Zeit war die Stadt mehrfach Hauptstadt in fünf unterschiedlichen Dynastien.

In Zhengzhou befindet sich die größte Passagier- und Güterumschlagsstation der asiatisch-europäischen Eisenbahnverbindung von Lianyungang nach Rotterdam in den Niederlanden. Der Nordbahnhof von Zhenghzou ist der größte Güter- und Rangierbahnhof in Asien.

Wichtige Industriezweige sind Baumwoll-, Glas- und Aluminiumindustrie sowie Maschinenbau. Im Jahr 2005 erreichte der Bruttoproduktionswert der Stadt 165 Mrd. RMB (ca. 16,5 Mrd. Euro), was einem Wachstum um 15,8% im Vergleich zum Vorjahr entspricht – dies ist die höchste Zuwachsrate in den letzten 5 Jahren.

Zhengzhou ist ebenfalls ein wichtiges Zentrum für ausländische Investitionen in China. Investoren aus über 40 Ländern haben sich in der Stadt bereits angesiedelt, darunter 10 der internationalen Top-500-Unternehmen.

Luoyang

Luoyang ist eine wichtige Industriestadt in der Provinz Henan mit rund 6,1 Mio. Einwohnern, davon 1,38 Mio. im Stadtgebiet. Sie war unter 13 Dynastien Hauptstadt und ist damit eine der so genannten vier großen alten Hauptstädte und Ausgangspunkt der Seidenstraße. Luoyang liegt rund 110 km westlich der Provinzhauptstadt Zhengzhou am Fluss Luohe.

Luoyang ist reich an Bodenschätzen, wie Molybdän, Aluminium, Gold, Silber Eisen usw. Die Vorkommen an Molybdän sind die größten im ganzen Land und zählen zu den drei größten Lagerstätten weltweit. Schwerpunktbranchen in der Industrie sind Maschinenbau und Elektronik, Erdölchemie, Metallurgie, Baumaterialherstellung, Leicht-, Textil- und Lebensmittelindustrie.

Südlich von Luoyang liegen die Longmen-Grotten, die zu den drei berühmtesten Höhlenanlagen mit Steinskulpturen in China zählen. Die Grotten wurden ab dem Ende des 5. Jahrhunderts im Laufe von 400 Jahren geschaffen, heute sind auf einer Länge von rund 1.000 Metern unzählige Höhlen und Nischen mit Stelen und Statuen zu bewundern.

Kaifeng

Kaifeng – ebenfalls eine alte Kaiserstadt mit einer Geschichte von mehr als 2.700 Jahren – liegt ca. 70 km von Zhengzhou entfernt und hat rund 4,8 Mio. Einwohner, davon leben 800.000 im Stadtgebiet.

Das Gebiet ist sehr rohstoffreich, es gibt dort große Vorkommen an Erdöl und Erdgas. In der Landwirtschaft werden vor allem Weizen, Erdnüsse, Baumwolle und Melonen angebaut. In der Industrie sind vorrangig Lebensmittelverarbeitung, Textilindustrie, Chemieindustrie, Pharmazie und Maschinenbau anzutreffen, aber ebenso spielen die neuen Industrien, wie Biotechnologie und Neue Materialien eine große Rolle.

Das Shaolin-Kloster

Das Shaolin-Kloster wurde vor rund 1.500 Jahren zu Ehren eines indischen Mönches erbaut, der den damaligen Kaiser in politischen Fragen gut beraten hatte. Der Legende nach hat der indische Mönch Bodhidaharma die Grundlagen der Shaolin-Kampfkunst entwickelt, die seitdem von den Mönchen dieses Klosters trainiert und weiterentwickelt werden.

Im Laufe seiner Existenz wurde die Klosteranlage mehrfach zerstört und wieder aufgebaut. Die letzte Zerstörung war im Jahr 1928, damals fochten verschiedene Kriegsfürsten ihre Streitigkeiten auf dem Gelände des Klosters aus, wobei ein großer Teil der religiösen Kunstschätze und Schriften des Tempels verloren ging. Danach wurde der Tempel nur in kleinen Teilen wieder aufgebaut.

Während der Kulturrevolution (1966-1976) wurden die Mönche verfolgt und aus dem Tempel vertrieben. Die Ruinen des Klosters wurden jahrelang nur von wenigen Mönchen bewohnt. Erst ab 1982 als der Tempel auch im Westen durch den Film „Shaolin Temple“ bekannt wurde, begann die chinesische Regierung mit dem Weideraufbau. Heute praktizieren dort wieder buddhistische Mönche, und der Tempel ist zu einer wichtigen Touristenattraktion in der Nähe von Zhengzhou geworden.

Der Pagodenwald, Talin, liegt einen knappen Kilometer südwestlich des Klosters Shaolin. Es ist der Friedhof der Klosteranlage mit 220 kleinen Pagoden, die die Asche berühmter Mönche enthalten. Die unterschiedlich gestalteten Pagoden sind sämtlich nach Süden, der Heimat Buddhas, ausgerichtet.

 

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